Das grosse Geschäft mit Krankenkassen Zusatzversicherungen

Vermittler können bei der Anwerbung neuer Kunden bis zu 2000 Franken Provision erhalten. Und das zum Teil sogar für Grundversicherungen. Das resultiert in vielen, für Kunden lästige, Telefonanrufe. Jetzt will sich die Aufsichtsbehörde einschalten.

Dem Treiben entgegenwirken wollen nun sieben von den neun grössten Krankenkassen der Schweiz: Assura, Concordia, CSS, Groupe Mutuel, Helsana, Swica und Visana. Sie haben eine Arbeitsgruppe gegründet, diese will bis im Sommer eine neue Branchenvereinbarung ausarbeiten. Diese wird auf dem Versicherungsaufsichtsgesetz basieren. Dessen Paragraf 31a lautet: «Versicherungsunternehmen können eine Vereinbarung abschliessen, in welcher die Telefonwerbung, der Verzicht auf Leistungen der Callcenter und die Einschränkung der Entschädigung der Vermittlertätigkeit geregelt wird.»

Das Ganze ist ein Versuch der Krankenkassen, die Problematik um die lästigen Telefonanrufe selber zu regeln. Doch der Druck der Politik wächst: Wird in der Privatwirtschaft keine Lösung erzielt, wollen die zuständigen Behörden eingreifen.

Krankenkassenprämien steigen um rund 4 Prozent

Wie bereits im Jahr 2018 erwartet die Versicherungsnehmer eine Erhöhung der Krankenkassenprämien. Gemäss dem Internetvergleichsdienst comparis.ch sollen die Grundversicherungsprämien um 4 Prozent in die Höhe gehen. Hauptsächlich für diesen Anstieg verantwortlich seien nebst den wachsenden Medikamentenkosten deren häufigere Verschreibung.

Dies, obschon die Abrechnungsdaten der Krankenversicherungskosten vom ersten Quartal 2018 den Eindruck erwecken, dass die Krankenkassen den Kostenanstieg der Krankenversicherungsprämien nun in den Griff bekommen haben. Doch der Online-Vergleichdienst comparis.ch wiederspricht dieser Annahme und rechnet für das Jahr 2019 erneut mit steigenden Prämien.

Es lohnt sich darum, sich auch dieses Jahr wieder über die verschiedenen Krankenkassen-Angebote zu informieren, um das bestmögliche Angebot zu finden!

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Hautkrebs in der Schweiz – Krankenkassen fordern Prävenzion

Nur Australien und Neuseeland haben eine noch höhere Hautkrebsrate als die Schweiz, damit belegt die Schweiz den Spitzenplatz in Europa. Schwarzer Hautkrebs ist die fünfthäufigste Krebsart. Wie bei jedem Krebs ist eine frühe Diagnose entscheidend für ein positives Ergebnis. Daher wird empfohlen, sich regelmässig auf Hautveränderungen zu untersuchen. Risikopatienten sollten auch jährlich zur Vorsorgeuntersuchung zum Facharzt oder Dermatologen gehen. Diese Untersuchungen werden in den meisten Fällen von der Krankenkasse übernommen.

Jedoch ist nicht nur die Früherkennung wichtig, sondern vor allem auch die Prävention. Speziell jetzt im Sommer ist es notwendig in der Sonne immer Sonnenschutzmittel zu benutzen. Auch sollte die Mittagsonne gemieden und entsprechende Schutzkleidung getragen werden.

Krank in den Ferien

Wer in den Ferien krank wird muss so einiges beachten. So sollte man immer eine Notfalltelefonnummer der Krankenkasse dabei haben. Falls du ins Spital musst, solltest du direkt die Krankenkasse kontaktieren. Alle Belege, Papiere und Quittungen unbedingt sammeln und mit nachhause nehmen.

Grundsätzlich übernimmt die Krankenkasse nur notfallmässige Behandlungen. Medikamente, die im Ausland gekauft werden, werden nicht zurückerstattet.

Je nach Feriendestination werden verschiedene Kosten zurück erstattet: In einem EU-Land wird von der Grundversicherung der Betrag zurückerstattet, den auch Einheimische vergütet bekommen. In Ländern ausserhalb der EU wird maximal der Doppelte Betrag einer gleichwertigen Behandlung in der Schweiz erstattet. Um hohe Kosten zu verhindern, kann es sich lohnen eine Reiseversicherung abzuschliessen.

Krankenkassen-App zur Schnell-Diagnose

Young woman covers her face screen smartphone on a background of the city

Das Googlen nach Symptomen hat oft eine negative Wirkung, denn viele Patienten erhalten eine schwerwiegende Krankheit als Diagnose. Die Swica will nun mit einer App dagegen steuern. Die App soll anhand eines Symptom-Checks erkennen wie schlimm das medizinische Problem wirklich ist. Das App ermittelt die Schwere der Krankheit oder der Verletzung. Damit erhofft sich die Krankenkasse eine Verkleinerung der Anzahl Patienten, die wegen jeder Kleinigkeit zum Arzt rennen und so die Gesundheitskosten in die Höhe treiben.

Die App mit dem Name Benecura muss einiges beachten, so muss die App den Datenschutz der User gewährleisten, was Swica bestätigt. Auch Swissmedic ist involviert, da die App als Medizinprodukt gehandelt wird und daher unter gesetzlichen Vorgaben läuft.

Das Prinzip mit einer Symptom-Check App ist relativ neu und muss sich erst noch etablieren, aber es ist ein guter Schritt in die Zukunft!

Krankenkassen Prämien direkt vom Lohn abziehen?

Vor einiger Zeit sorgten die schwarzen Listen von Krankenkassen für Schlagzeilen. Vor allem der Vorfall von einem Patienten, der an AIDS starb erschütterte die Bevölkerung. Dieser erhielt keine Medikamente mehr, da er im Verzug mit den Krankenkassenprämien war.

Nun befasst sich der Bundesrat mit dem Thema. Es wird diskutiert, ob die Krankenkassenprämien direkt vom Lohn abgezogen werden soll. Die Krankenkassenprämien würden so regelmässig bezahlt und alle Versicherten würden direkt medizinisch versorgt werden.

Medikamente in der Schweiz viel teurer als im Ausland

Schweizer geben pro Jahr etwa 800 Franken für Medikamente aus, ein hoher Wert. Der Krankenversicherungsverband Santésuisse fordert daher eine Anpassung aller Medikamentenpreisen, damit könnte viel Geld eingespart werden. Ein grosses Problem ist, dass bei gleichen Medikamenten (Generika und patentabgelaufenes Medikament) nur das günstigere von der Krankenkasse übernommen wird.

Ein weiterer Punkt ist, dass Generika in der Schweiz im Vergleich zum Ausland mehr als 50% mehr kosten. Auch patentgeschützte Medikamente sind in der Schweiz immer noch 14% teurer.

Mit Anpassungen bei den Kosten von Medikamenten in der Schweiz könnten also insgesamt die Krankenkassen Prämien für alle Kunden vergünstigt werden.

Explosion an Krankenkasseninitiativen

In der Schweiz werden immer mehr Unterschriften für Initiativen bezüglich Krankenkassen gesammelt. Doch wie kommt es dazu? Die Kosten der Krankenkassen steigen stetig und lasten auf den Familien in der Schweiz. Es gibt immer mehr, welche die Prämien nicht bezahlen können. Daher sehen es viele als dringend an, die Entwicklung der Prämien zu ändern und gehen mit Initiativen dagegen vor. Das direktdemokratische System in der Schweiz erscheint auf den ersten Blick sehr geeignet dafür. Doch auch hier tummeln sich die unterschiedlichsten Akteure, so dass dieser Weg steiniger ist, als man meinen möchte.

Die insgesamt vier Krankenkasseninitiativen, für die jetzt schon oder bald Unterschriften gesammelt werden, werden es schwer haben. Auch wenn für die vier Krankenkasseninitiativen die erforderlichen Unterschriften zustande kommen würden, wird es alles andere als einfach, bei einer Volksabstimmung eine Mehrheit zu finden. Obwohl alle Versicherten wegen der steigenden Prämienlast reklamieren, hat das Stimmvolk bis heute fast alle vorgeschlagenen Änderungen abgelehnt.

Riesige Provisionen im Krankenkassengeschäft


Provisionen sind in vielen Geschäftsbereichen gang und gäbe, so auch bei Krankenkassen. Nun wurde vor ein paar Monaten aufgedeckt, wie viel von den Verwaltungskosten wirklich als Provision ausbezahlt werden. So bekommen manche Vermittlerprovisionen von bis zu 1500 Franken für einen neuen Kunden in der Grundversicherung.

Nun diskutieren Marktleiter verschiedener Krankenkassen, ob in der Grundversicherung nur noch 50 Franken pro Neukunde vergütet werden darf. Diese gilt zurzeit nur für das obligatorische Geschäft. In Zukunft sollten auch die Höchstbeiträge für Zusatzversicherungen festgelegt werden.

Im Moment wollen es die Krankenkassen noch versuchen selbst zu lösen. Falls sie zu keiner Einigung kommen würde die Politik eingreifen.

Tracking-Programme auf Krankenkassen Websites

Die Swica schiesst in Kundenumfragen regelmässig obenaus. Doch die Krankenkasse mit ihren 1,4 Millionen Versicherten ist nicht nur bei der Zufriedenheit Spitze, sie ist auch der Krankenversicherer in der Schweiz, der am meisten Kundendaten im Netz sammelt. Mit insgesamt 33 Tracking-Programmen wurde man ausspioniert, hat ein Programm der Universität Hamburg herausgefunden. Nachdem dies publik wurde, hat Swica 30 von den Programmen gelöscht und jetzt sind nur noch 3 Spion Programme auf der Website.

Neu sind solche Tracking-Programme nicht, es ist jedoch ein Problem, wenn im Gesundheitsbereich «spioniert» wird, denn die Menschen sind sich oft nicht im Klaren, welche Infos die Seite speichert.  Dass solche Newsartikel die Krankenkassen ihre Tracking-Programme überdenken ist sicher ein guter Anfang im Kampf gegen die Ausspionierung der Nutzer.