Spezialtransport ins Altersheim: Besteht für die Krankenkasse Leistungspflicht?

Das Bundesgericht hat geurteilt: Krankentransport ist nur dann eine Pflichtleistung für Krankenkassen,  wenn er im konkreten Fall aufgrund spezifischer, medizinischer Anforderung nötig ist. Das Urteil folgte auf Beschwerde einer Krankenversicherung.

Es ging konkret um einen 90 Jahre alten Mann, der notfallmässig vom Alters- und Pflegezentrum in ein Spital eingeliefert wurde. Nach neun Tagen wurde der Mann entlassen, dabei wurde er mit einem Spezialtransporter, wo er in seinem Rollstuhl sitzend mitfahren konnte, ins Pfegezentrum zurück transportiert.

Die Fahrt vom Altersheim ins Spital übernahm die Krankenkasse. Nicht jedoch die Rückfahrt per Spezialtransporter. Dies ist nun vom Bundesgericht gutgeheissen worden.

Der Mann wäre in der Lage gewesen, in einem Auto sitzend (ohne Rollstuhl) mitzufahren. Deshalb sei es nicht nötig gewesen, einen Spezialtransport beizuziehen. Deshalb bestete keine Leistungspflicht für die Krankenkasse.

Teure Kassen: Immer mehr Krankenkassen Schuldner im Tessin

Krankenkassen Wechsel SchweizDie Anzahl Menschen, welche ihre Krankenkassenprämien nicht mehr bezahlen können, ist – vor allem im Tessin – angestiegen. Besonders betroffen sind alleinstehende Männer ohne Kinder. Eine mögliche Erklärung für diesen Umstand hat Sozialdirektor Paolo Beltraminelli. Er folgert, dass Kinder die Menschen verantwortungsbewusster machen. Eine Studie zum Profil des durchschnittlichen Krankenkassenschuldners hat die Tessiner Fachhochschule SUPSI erstellt und publiziert. Gemäss diesen Daten sind zwei Drittel der Schuldner Männer und davon sind 80 Prozent kinderlos.

Im Tessin kamen im Zeitraum von 2012 bis 2015 über 25’000 Menschen ihren Zahlungen an Krankenkassen nicht nach. Das Gefährliche dabei: Wird es besonders schlimm, kann man auf einer schwarzen Liste der Krankenkassen landen. In diesem Fall erhält man nur noch die allernötigsten medizinischen Leistungen. Ein weiteres Problem besteht für die Gesellschaft. Denn der grösste Anteil der fälligen Beträge der Schuldner übernimmt der Kanton.

Junge Schweizer/-innen mit Krankenkassen unzufrieden

Die Krankenkassenprämien steigen mit jedem Jahr. Doch das heisst nicht, dass man dafür auch mehr Leistungen erhält. Der Geschäftsführer vom Vergleichsportal moneyland.ch, Benjamin Manz, spricht sogar von einer Kostenexplosion. Wenn diese nicht bald nachhaltig bekämpft würde, drohe die Stimmung bei den Versicherten endgültig zu kippen, so Manz.

Moneyland hat in einer Umfrage die Zufriedenheit der Krankenkassen-Kunden analysiert. Dabei wurden Faktoren wie Freundlichkeit und Einsatzbereitschaft des Personals, Erreichbarkeit, Preis-Leistungs-Verhältnis sowie die Kulanz bei Zahlungen an Kunden bewertet.

Unter dem Strich ist die Zufriedenheit der Kunden mit den Krankenkassen leicht zurückgegangen (verglichen zum Vorjahr). Die allgemeine Zufriedenheit kann jedoch nach wie vor als hoch bezeichnet werden, wenn auch mit grossen Unterschieden in den Alterskategorien: Am wenigsten Punkte (6.9 von 10) erhielten die Kassen von den 19- bis 25-jährigen Kunden. Zum Vergleich, Kunden zwischen 50 und 74 Jahren vergaben eine Punktzahl von 8.12. Am schlechtesten wurde übrigens – wenig überraschend – das Preis-Leistungs-Verhältnis bewertet.

Wenn Krankenkassen Geld zurückzahlen

Krankenkasse TippsEin Aktueller Fall in Basel: Die dort ansässige Krankenkasse Sympany hat im vergangenen Jahr einen Gewinn von rund 55 Millionen Franken erzielt. Nun wird ein Drittel davon an die Kunden der Grundversicherung zurückgegeben. Das passiert, weil die Sympany im vergangenen Jahr besonders stark vom sogenannten Risikoaustausch profitiert hat. Beim Risikoaustausch bezahlen Kassen mit vielen jungen, gesunden Kunden einen Austauschbeitrag an Kassen mit einem grösseren Prozentanteil älterer Kunden. Da Krankenkassen nicht genau vorhersagen können, wieviel Geld sie für den Risikoausgleich erhalten oder bezahlen müssen, gestalte sich die exakte Prämienberechnung schwierig, so Sympany-CEO Michael Willer.

Neue Methode: Wie Krankenkassen Millionen einsparen könnten

Der Krankenkassenverband Curafutura hat ein einfaches Sparrezept parat: Das sogenannte Referenzpreissystem. Damit müssten in der Grundversicherung nicht mehr alle Medikamente – unabhängig vom Preis – vergütet werden. Dieses System wird bereits in diversen europäischen Ländern praktiziert.

Doch wie funktioniert das System genau? Die kostensparende Wirkung wird erzielt, indem Ärzte anstatt einem teuren Markenprodukt wie zum Beispiel Pantoprazol von Sandoz (wirkt gegen Sodbrennen) nur noch dessen Wirkstoffe verschreiben. Für diese Wirkstoffe wird ein Höchstpreis festgelegt. Es gibt auf dem Medikamentenmarkt mittlerweile viele Produkte mit gleichen Wirkstoffen, jedoch starken Preisunterschieden. Sollte ein Patient auf das teuerste Medikament mit gleichen Wirkstoffen bestehen, müsste dieser jedoch die Kostendifferenz zum festgelegten Höchstpreis selber bezahlen. Gemäss dem Verband Curafutura (CSS, Helsana, Sanitas und KPT) könnten mit diesem System im Jahr 800 Millionen Franken eingespart werden. Das gute am System: Der Patient merkt davon nichts.

Im Krankenkassen Beratungsgespräch falsch beraten, was tun?

Wenn man bei einer Krankenkassen-Beratung falsch informiert wird oder essentielle Punkte bewusst verschwiegen werden, muss man das als Kunde nicht einfach so hinnehmen. Auch nicht, nachdem der neue Krankenkassenvertrag unterschrieben ist. Obwohl nicht alle Krankenkassen ihren Kunden ein Rücktrittsrecht zusichern, gibt es gewisse Möglichkeiten.

Zum Beispiel kann man auf Falschberatung pochen. Gemäss Gesetz haften die Krankenkassen nämlich für die Beratungsfehler ihrer Vermittler! Dazu kann man sich an die Ombudsstelle für Krankenversicherung wenden. Ebenso ist es eine gute Idee, die alte Krankenkasse über den Vorfall zu informieren.

Um jedoch gar nicht erst in solch eine missliche Lage zu gelangen, ist es ratsam, Verträge vor der Unterzeichnung stets vollständig durchzulesen. Im Zweifelsfall besser nachfragen oder nochmals über das Angebot nachdenken. Zudem sollte man sich auch immer eine Kopie des Vertrages aushändigen lassen.

Eine Kur steht an: Bezahlt meine Krankenkasse?

Wie steht es eigentlich um die Kosten einer Kur; werden diese von der Krankenkasse übernommen? Die Antwort ist nicht ganz eindeutig: Bei einer präventiven Kur dürfen die Krankenversicherer die Kosten nicht übernehmen. Bei medizinisch notwendigen Kuraufenthalten übernimmt die Grundversicherung jedoch die Kosten, sofern die Kur ärztlich verschrieben wird. Ebenfalls muss die Krankenkasse die Kur im Voraus genehmigen. Für die Übernahme der Aufenthaltskosten ist jedoch eine Zusatzversicherung notwendig, da die Grundversicherung sich nur um medizinische und therapeutische Kosten kümmert. Für detailierte Auskünfte zu diesem Thema sollten sich Kunden jedoch bei ihrer eigenen Krankenkasse informieren.

Good News: Krankenkassenprämien steigen weniger als erwartet

Sie ist schon fast so lästig wie die Steuererklärung: Die jährliche Krankenkassenrechnung. Dazu ist sie ebenfalls teuer und darum jedes Jahr immer wieder ein Thema. Doch dieses Jahr gibt es dazu gute Neuigkeiten. Die Prämien steigen weniger stark als erwartet. Auch auf diesem Blog wurde vor zwei Wochen von einer Krankenkassenprämien-Erhöhung von rund vier Prozent berichtet. Tatsächlich werden die Prämien jedoch nur um drei Prozent in die Höhe gehen. Diese Meldung bestätigten die Krankenversicherer gegenüber dem Schweizer Radio SRF.

Die drei Prozent sind ein Durchschnittswert. Dass die Prämien steigen ist mittlerweile nichts Neues mehr. Darum ist das eine gute Nachricht: Denn normalerweise steigen die Prämien deutlich mehr als um drei Prozent an.

Bund soll teure Arzneimittel durch Zwangslizenz vergünstigen

Dazu fordert die Organisation Public Eye den Bundesrat auf. Die Organisation klagt, zusammen mit der Krebsliga Schweiz, dass weltweit bereits zwei Milliarden Menschen kein Zugriff auf einfachste Medikamente hätten (Daten gemäss der Weltgesundheitsbehörde WHO). Doch auch in reichen Ländern, wie zum Beispiel der Schweiz, würde die Medikamentenversorgung zum Teil bereits problematisch, so die beiden Organisationen.

Public Eye fordert vom Bundesrat nun Massnahmen: So sollen die Pharma-Konzerne sogar faktisch teilweise enteignet werden. Das würde bedeuten, dass teure, patentierte Medikamente notfalls auch von anderen Herstellern produziert werden dürften. Das würde zu einer Vergünstigung der Preise führen. Normalerweise haben Pharmafirmen ein 20-jähriges Monopol auf die von ihnen entwickelten Medikamente. Dieser Patentschutz soll vom Bundesrat per Zwangslizenz aufgehoben werden können, fordert Public Eye.

Ob es so weit kommen wird, ist jedoch ungewiss: Die dafür benötigte Sammelbeschwerde wurde erst lanciert. Ob und wie der Vorstoss die Krankenkassen betrifft, ist daher noch unklar.

Das grosse Geschäft mit Krankenkassen Zusatzversicherungen

Vermittler können bei der Anwerbung neuer Kunden bis zu 2000 Franken Provision erhalten. Und das zum Teil sogar für Grundversicherungen. Das resultiert in vielen, für Kunden lästige, Telefonanrufe. Jetzt will sich die Aufsichtsbehörde einschalten.

Dem Treiben entgegenwirken wollen nun sieben von den neun grössten Krankenkassen der Schweiz: Assura, Concordia, CSS, Groupe Mutuel, Helsana, Swica und Visana. Sie haben eine Arbeitsgruppe gegründet, diese will bis im Sommer eine neue Branchenvereinbarung ausarbeiten. Diese wird auf dem Versicherungsaufsichtsgesetz basieren. Dessen Paragraf 31a lautet: «Versicherungsunternehmen können eine Vereinbarung abschliessen, in welcher die Telefonwerbung, der Verzicht auf Leistungen der Callcenter und die Einschränkung der Entschädigung der Vermittlertätigkeit geregelt wird.»

Das Ganze ist ein Versuch der Krankenkassen, die Problematik um die lästigen Telefonanrufe selber zu regeln. Doch der Druck der Politik wächst: Wird in der Privatwirtschaft keine Lösung erzielt, wollen die zuständigen Behörden eingreifen.