Kündigungsfristen für Krankenkassen

Grundversicherung

Bei der Grundversicherung gelten immer die gleichen Kündigungsfristen unabhängig, ob sich die Prämien erhöhen, gleichbleiben oder sich senken.

Ein Krankenkassenwechsel ist jeweils erst auf Ende des Kalenderjahres möglich. Für eine Kündigung per 31. Dezember muss das Kündigungsschreiben bis zum 30. November resp. bis zum letzten Arbeitstag im November bei der Krankenkasse eingetroffen sein. Versicherte mit einer Franchise von 300.- und einer Standart-Grundversicherung können auch per 31. März kündigen.

Die Kündigung muss als eingeschriebener Brief versendet werden.

Zusatzversicherung

Bei einer Prämienerhöhung gelten die Bestimmungen in den Versicherungsbedingungen.
Bei einer unveränderten Prämie wird geraten die alte Zusatzversicherung erst zu kündigen, wenn von der neuen Kasse eine Aufnahmebestätigung vorliegt. Die Krankenkassen können einen Vorbehalt anbringen, wenn sie den Antragssteller in gesundheitlicher Hinsicht als ein ungünstiges Risiko beurteilen. Dies bedeutet dann für den Versicherten, dass er keinen Anspruch auf Leistungen hat.

Krankenkassen bezahlen Hepatitis-C-Patienten die Medikamente

Bis vor kurzem bekamen nur Hepatitis-C Patienten, bei denen die Erkrankung der Leber fortgeschritten war, die sehr teuren aber hochwirksamen Medikamente von der Krankenkasse vergütet. Die übrig Erkrankten konnten sich jedoch diese teuren Medikamente nicht leisten und griffen daher auf Alternativen vom Ausland.

Doch nun sollen die Krankenkassen alle Behandlungen von den Hepatitis C Patienten bezahlen. Das bedeutet auch, dass die Kosten der teuren Medikamente neu für alle Patienten von den Krankenkassen übernommen werden. Die Kosten der Behandlungen sollen ebenfalls gesenkt werden. Die Behandlung mit einem der beiden Medikamente, für die man bis jetzt zwischen 40 000 und 50 000 Franken bezahlt hat, soll künftig nur noch 30’000.- kosten.

Rettungskosten sollen von der Krankenkasse übernommen werden

Wer die Rettungs- bzw. Transportkosten festlegt, ist von Kanton zu Kanton unterschiedlich. In einigen Kantonen ist es der Spital in anderen die Regierung. Dies verunsichert und verärgert verständlicherweise viele Betroffene!

Wie gravierend die Kosten Unterschiede sind, können anhand von einem Beispiel aufgezeigt werden.

Eine Fahrt von 100 km kostet im Kanton Luzern 900 Franken. Ab dem 100. Kilometer fallen pro Kilometer sechs Franken zusätzlich an. In diesen Kosten ist die medizinische Betreuung nicht inbegriffen. Im Kanton Zug wird hingegen eine Grundtaxe von 500 Franken berechnet. Darin sind die Kosten für die medizinische Versorgung jedoch enthalten.

Aktuell übernehmen die Krankenkassen nur 50% der Transportkosten. Der Interverband für Rettungswesen möchte jedoch veranlassen, dass die Krankenkassen 90% der Kosten übernehmen. Zusätzlich sollen die Rettungskosten ganz von der Krankenkasse bezahlt werden. Sie sind bereits auf der Bundesebene aktiv.

Welche Schönheitsoperationen bezahlen die Krankenkassen?

Kosmetische Mängel am Körper stellen grundsätzlich keine Krankheiten dar.  Eine Schönheitsoperation ist daher keine Pflichtleistung der Krankenkassen.

Da die Leistungspflicht in jedem einzelnen Fall abgeklärt werden muss, sollte vor einem kosmetischen Eingriff unbedingt bei der Krankenkasse nachgefragt werden, ob die Kosten übernommen werden können.

 

Brustkorrektur

In der Regel stellt eine zur Brustvergrösserung durchgeführte Operation keine Pflichtleistung dar. Eine Ausnahme bilden Fälle, in denen die Patientin die von der IV geforderten Bedingungen erfüllt (Poland-Syndrom, Amastie, angeborene Hypoplasie etc.). Der Ersatz eines defekten Implantats durch ein anderes wird vom Versicherer nur dann getragen, wenn es sich bei der ersten Operation bereits um eine Pflichtleistung gehandelt hatte (z. B. bei Brustkrebs).

Die Korrektur von asymmetrischen Brüsten wird in der Regel nicht von den Krankenkassen bezahlt. Die Deckung eines solchen Eingriffs bleibt eine Ausnahme.

Fettschürzenoperation nach Gewichtsverlust

Nach einem grossen Gewichtsverlust bleibt oft eine Fettschürze zurück. Die überschüssige Haut kann durch einen chirurgischen Eingriff entfernt werden. Die Leistungspflicht dieser Operation ist umstritten. Da diese Massnahme aber keinen Krankheitswert besitzt wurde beschlossen, dass diese Operation nicht von der Krankenversicherung getragen werden muss.

Korrektur abstehende Ohren

Wenn der Krankheitswert nicht gegeben ist, gilt die Korrektur von abstehenden Ohren als kosmetischer Eingriff und die Kosten werden daher auch nicht von der Krankenkasse übernommen.

Muttermalentfernung​

Die Entfernung von Muttermalen, bei denen ein Verdacht auf eine bösartige Entwicklung besteht, muss von den Krankenkassen übernommen werden.

​Ausserdem ist eine kosmetische Beeinträchtigung erheblich, wenn das Muttermal sichtbar ist (z.B. Hals, Kopf) und das äussere Ansehen stark beeinflusst. In diesem Fall ist die Leistungspflicht des Krankenversicherers ebenfalls gegeben.

Narbenkorrekturen

Normalerweise sind ästhetische Mängel des Körpers keine Symptome einer Krankheit. Viele Narben verursachen dennoch funktionelle Behinderungen, die Kosten deren Korrektur müssen übernommen werden.

Das Bundesgericht hat drei Voraussetzungen definiert, die erfüllt werden müssen:

  • der Krankenversicherer oder der Unfallversicherer hat  schon die Behandlungskosten der Grunderkrankung oder der Unfallfolgen übernommen
  • die ästhetischen Narben müssen ausgedehnt sein und sie müssen sich an einem sichtbaren Ort befinden
  • die Behandlungskosten müssen angemessen sein und dem ästhetischen Schaden entsprechen

Magenbypass Operation – wann zahlt die Krankenkasse?

Lange übernahmen die Krankenkassen die Kosten für die Magenbypass Operation erst ab einem BMI von über 40 und nur bis zu einem Alter von 65 Jahren.

Der Bund senkte jedoch die Mindestlimite für Übergewichts-Operationen. Seit 2011 ist die Operation bereits bei einem BMI von über 35 Krankenkassenpflichtig und das Alter des Übergewichtigen spielt keine Rolle mehr. Begründet wird der Entscheid damit, dass die Übergewichts-Operationen auch schon bereits bei einem BMI von über 35 wirksam sei. Die einzige Voraussetzung ist, dass der Versicherte bereits während zwei Jahren erfolglos versucht hat, sein Gewicht mit einer sogenannten konservativen Therapie zu senken. Diese besteht aus Ernährungsbe­ratung, Verhaltenstherapie, Bewegung und allenfalls Medikamenten.

Nun sollen die Einschlusskriterien für eine Übergewichts-Operation weiter gelockert werden. Einige Fachleute stehen nämlich der zwei Jährigen Wartezeit kritisch gegenüber. Sie sind der Meinung, dass viele Patienten sowieso schon mehrere erfolglose Abnehmversuche hinter sich haben und nach gründlicher Abklärung mit dem Arzt eine Wartezeit von zwei Jahre überflüssig sei.

Das Medical Board empfiehlt auch, dass Krankenkassen unter Umständen bei einem BMI zwischen 30 und 35 einen chirurgischen Eingriff bezahlen sollten. Wenn Patienten Begleiterkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck oder Gelenkbeschwerden haben, kann eine Operation ebenfalls notwendig sein. Man sollte sich demnach auch nicht zu stark nach dem BMI richten.

Familien Krankenversicherung

Familien Krankenversicherung ist wie der Name schon sagt eine Versicherung für die ganze Familie. Ist der Vater der Hauptverdiener und die Mutter Hausfrau ohne festes Einkommen, dann sind die Frau sowie die gemeinsamen Kinder ebenfalls versichert. Dasselbe gilt natürlich auch im umgekehrten Fall, wenn also die Mutter die Hauptverdienerin ist und der Mann zu Hause bleibt. Das geht aber nur, solange die Frau/Mann nicht arbeitet. Wenn die Frau bzw. der Mann ein bestimmtes Einkommen verdient, fällt diese/dieser aus der Familienversicherung heraus. Sie/Er muss sich demnach selbst krankenversichern.

Bei einem sogenannten Minijob ist die Krankenkassen Versicherung nicht obligatorisch. Man ist demnach immer noch über die Familienversicherung versichert. Die Arbeitnehmerin bzw. der Arbeitnehmer kann selber entscheiden, ob man sich freiwillig krankenversichert.

Obligatorische Zahnversicherung

Obligatorische Zahnversicherung

Zahnarzt Rechnungen für Kontrolle, Korrekturen oder Zahnreinigungen müssen in der Schweiz die Patienten zu 90% selber tragen. Zahnbehandlungen werden in der Schweiz nur in Ausnahmefällen von den Krankenkassen übernommen. Vor allem Gewerkschaften und linke Parteien wehren sich gegen dieses System. Sie haben diverse Initiativen aufgegleist, die eine obligatorische Zahnversicherung forcieren.

Die Zahnversicherung sollte gleich wie die AHV über den Lohn finanziert werden. 1% des Lohnes soll in die Versicherung fliessen. Die Arbeitgeber und Arbeitnehmer beteiligen sich mit je 0.5%. Die restlichen Kosten müssen über die Kantone und die Steuern finanziert werden.

Die obligatorische Zahnversicherung sollte die Bevölkerung dazu veranlassen öfters zur Kontrolle zu gehen und bei Zahnschmerzen frühzeitig einen Zahnarzt aufzusuchen. Viele Personen verzichten aus finanziellen Gründen auf einen Zahnarztbesuch. Es besteht daher ein klarer Zusammenhang zwischen sozialem Status und Zahngesundheit.

Jedoch gibt es auch kritische Stimme von den Seiten der Zahnärzte. Sie widersprechen einigen Argumenten der Initianten. Sie finden, dass die Zähne der Schweizer Bevölkerung in einem sehr guten Zustand sind und die Karieserkrankungen bei Kindern und jungen Erwachsenen extrem zurückgegangen sind.

Ob sich die Initiative durchsetzen kann wird sich zeigen. Befürworter sowie Gegner räumen sich erhebliche Chancen ein.

Krankenkassenprämien steigen um vier bis fünf Prozent

Auch dieses Jahr befürchtet der Krankenkassenverband Santésuisse wieder ein Ansteigen der Krankenkassenprämien. Laut ersten Schätzungen geht man von vier bis fünf Prozent aus.

Es gibt zwei wesentliche Gründe für den Kostenanstieg. Der erste Grund sind die steigenden Kosten bei den stationären Spitalkosten. Es handelt sich um eine stationäre Behandlung, wenn der Patient im Spital übernachtet. Die stationären Spitalkosten werden unter den Kantonen und Krankenkassen aufgeteilt. Die Kantone haben in den letzten Jahren ihren Anteil auf 55 Prozent erhöht. Diese konstante Erhöhung des Kostenanteils wird im 2018 nicht mehr stattfinden. Es wird aber davon ausgegangen, dass die stationären Spitalbehandlungen zunehmen. Dies bedeutet, dass die Versicherten mehr von den Kosten übernehmen müssen.

Der zweite Grund sind die Kosten der ambulanten Behandlungen. Da ambulante Behandlungen von den Kantonen forciert werden, gibt es immer mehr ambulante Behandlungen. Die ambulanten Spitalkosten tragen die Krankenkassen allein und somit auch die Krankenkassen Versicherten.  Mehr ambulante Behandlungen bedeuten also auch höhere Prämien für den Versicherten.

Die 6 grössten Fehler bei der Krankenkassen-Wahl

Bald kommt wieder der leidige Krankenkassen-Wechsel. Wir verraten euch, welche Fehler Ihr bei der Krankenkassenwahl unbedingt vermeiden sollt.

Kein genauer Krankenkassen-Vergleich

Die Prämien können pro Krankenkasse sehr stark variieren, deshalb lohnt es sich bei der Krankenkassenwahl ein wenig mehr Zeit zu investieren. Ebenfalls sollte man rechtzeitig damit beginnen Krankenkassen zu vergleichen. So hat man genügend Zeit die Grund- und Zusatzversicherung zu kündigen und eine neue Versicherung abzuschliessen. Mit einem Krankenkassenwechsel kann man jährlich bis zu 1000.- Franken Prämien einsparen.

Falsche Franchisen-Wahl

Bei der Franchisen Wahl gilt folgende Regel: Entweder die tiefste (300.-) oder die höchste Franchise (2’500.-) wählen. Die mittlere Franchise lohnt sich nicht. Viele Schweizer haben die falsche Franchise gewählt und zahlen jährlich bis zu 100.- zu viel.

Falsches Modell wählen

Viele Schweizer haben das teure Standard-Modell versichert. Es gibt jedoch viele günstigere Modelle, wie zum Beispiel das Hausarzt-, Apotheken- oder Telmed-Modell. Der Unterschied ist, dass der Versicherte zuerst den Hausarzt, die Apotheke oder ein telemedizinisches Callcenter kontaktieren muss bevor dieser ärztliche Leistungen in Anspruch nehmen kann.

Das Vergessen von Prämienverbilligungen

Schweizer mit einem geringen Einkommen können Prämienverbilligungen beantragen. Die Prämienverbilligungen gelangen jedoch nicht automatisch zu den Krankenkassen. Viele Versicherte kümmern sich nicht um die Prämienverbilligung und so entgeht Ihnen bis zu 1000.- im Jahr. Verpasste Prämienverbilligungen können bis zu zwei Jahre später nachgereicht werden.

Arztrechnung nicht einsenden

Wichtig ist, dass man bei der „Tiers Garant“ Methode die Arztrechnungen immer der  Krankenkasse zu sendet. Oft vergessen viele Versicherte dies jedoch und verpassen so den Rückvergütungsanspruch.

Prämienrabatte verpassen

Einige Krankenkassen gewähren, gegen Vorauszahlungen, einen Prämien Rabatt. Der Rabatt kann bis zu 2% betragen. Ist es finanziell möglich, dann lohnt sich solch eine Skonto-Zahlung auf jeden Fall.

Fitness Abo oder Ernährungsberatung – Was zahlt die Krankenkasse?

Was zahlt die Krankenkasse an die Gesundheit

Gesundheit ist unser grösstes Gut. Es gibt viele Möglichkeiten, wie Fitness oder Wellness-Behandlungen, um fit zu bleiben und seine Gesundheit zu fördern. Doch werden diese Kosten auch von der Krankenkasse übernommen?

Den Krankenkassen liegt verständlicherweise viel an der Gesundheit Ihrer Kunden, denn gesunde Kunden sind günstiger als kranke. Wer die richtigen Zusatzversicherungen abschliesst kann daher sehr viel Geld sparen. Einige Zusatzversicherungen übernehmen bis zu 500.- Franken an das Fitness Abonnement und auch Ernährungsanalysen werden entsprechend unterstützt.

Die geistliche Verfassung hat ebenfalls grossen Einfluss auf unsere Gesundheit, daher beteiligen sich einige Zusatzversicherung auch bei Entspannungsmassnahmen wie Wellness-Behandlungen (z. B. Massagen, Sauna-Besuche etc.) oder Yogakurse. Damit der aktuelle Gesundheitszustand auch beibehalten werden kann, übernehmen sogar einige Krankenkassen die Kosten für regelmässige Check-Up Untersuchungen.

Die Leistungsarten und Leistungshöhen sowie die Kosten für die jeweiligen Zusatzversicherungen können von Krankenkasse zu Krankenkasse stark variieren. Einen Vergleich lohnt sich vorher auf jeden Fall!