Junge Schweizer/-innen mit Krankenkassen unzufrieden

Die Krankenkassenprämien steigen mit jedem Jahr. Doch das heisst nicht, dass man dafür auch mehr Leistungen erhält. Der Geschäftsführer vom Vergleichsportal moneyland.ch, Benjamin Manz, spricht sogar von einer Kostenexplosion. Wenn diese nicht bald nachhaltig bekämpft würde, drohe die Stimmung bei den Versicherten endgültig zu kippen, so Manz.

Moneyland hat in einer Umfrage die Zufriedenheit der Krankenkassen-Kunden analysiert. Dabei wurden Faktoren wie Freundlichkeit und Einsatzbereitschaft des Personals, Erreichbarkeit, Preis-Leistungs-Verhältnis sowie die Kulanz bei Zahlungen an Kunden bewertet.

Unter dem Strich ist die Zufriedenheit der Kunden mit den Krankenkassen leicht zurückgegangen (verglichen zum Vorjahr). Die allgemeine Zufriedenheit kann jedoch nach wie vor als hoch bezeichnet werden, wenn auch mit grossen Unterschieden in den Alterskategorien: Am wenigsten Punkte (6.9 von 10) erhielten die Kassen von den 19- bis 25-jährigen Kunden. Zum Vergleich, Kunden zwischen 50 und 74 Jahren vergaben eine Punktzahl von 8.12. Am schlechtesten wurde übrigens – wenig überraschend – das Preis-Leistungs-Verhältnis bewertet.

Hautkrebs in der Schweiz – Krankenkassen fordern Prävenzion

Nur Australien und Neuseeland haben eine noch höhere Hautkrebsrate als die Schweiz, damit belegt die Schweiz den Spitzenplatz in Europa. Schwarzer Hautkrebs ist die fünfthäufigste Krebsart. Wie bei jedem Krebs ist eine frühe Diagnose entscheidend für ein positives Ergebnis. Daher wird empfohlen, sich regelmässig auf Hautveränderungen zu untersuchen. Risikopatienten sollten auch jährlich zur Vorsorgeuntersuchung zum Facharzt oder Dermatologen gehen. Diese Untersuchungen werden in den meisten Fällen von der Krankenkasse übernommen.

Jedoch ist nicht nur die Früherkennung wichtig, sondern vor allem auch die Prävention. Speziell jetzt im Sommer ist es notwendig in der Sonne immer Sonnenschutzmittel zu benutzen. Auch sollte die Mittagsonne gemieden und entsprechende Schutzkleidung getragen werden.

Explosion an Krankenkasseninitiativen

In der Schweiz werden immer mehr Unterschriften für Initiativen bezüglich Krankenkassen gesammelt. Doch wie kommt es dazu? Die Kosten der Krankenkassen steigen stetig und lasten auf den Familien in der Schweiz. Es gibt immer mehr, welche die Prämien nicht bezahlen können. Daher sehen es viele als dringend an, die Entwicklung der Prämien zu ändern und gehen mit Initiativen dagegen vor. Das direktdemokratische System in der Schweiz erscheint auf den ersten Blick sehr geeignet dafür. Doch auch hier tummeln sich die unterschiedlichsten Akteure, so dass dieser Weg steiniger ist, als man meinen möchte.

Die insgesamt vier Krankenkasseninitiativen, für die jetzt schon oder bald Unterschriften gesammelt werden, werden es schwer haben. Auch wenn für die vier Krankenkasseninitiativen die erforderlichen Unterschriften zustande kommen würden, wird es alles andere als einfach, bei einer Volksabstimmung eine Mehrheit zu finden. Obwohl alle Versicherten wegen der steigenden Prämienlast reklamieren, hat das Stimmvolk bis heute fast alle vorgeschlagenen Änderungen abgelehnt.

Makler-Provisionen treiben Krankenkassen-Kosten hoch

Makler-Provisionen treiben Krankenkassen-Kosten hoch!

500 Millionen Franken jährlich geben Krankenkassen laut einer Analyse für Makler-Abschlussprovisionen aus! Der Kampf um neue Kunden bei den Krankenversicherern läuft auf Hochtouren.

Abschlussprovisionen für Grund- und Zusatzversicherungen sind immer ein Thema. Vor allem dann, wenn die Krankenversicherer ihre Tarife für die Grundversicherung bekannt geben, was vor ein paar Wochen der Fall war.

Moneyland.ch zeigt mit einer Auswertung, dass besonders die Zahlungen der Krankenkassen für Makler-Abschlussprovisionen im Bereich der Zusatzversicherungen hoch ausfallen.

Nur ein kleiner Teil der Provisionen für Grundversicherung

Benjamin Manz, Geschäftsführer von Moneyland.ch, sagt: «Abschlussprovisionen in der Höhe von mehr als 500 Millionen Franken treiben die Verwaltungskosten der Krankenversicherer in die Höhe.» Davon entfielen nur 33 Millionen auf die Grundversicherung.

In der Grundversicherung 2016 betrugen die Provisionen 33 Millionen Franken. Das entspricht 2,4 Prozent der gesamten Verwaltungskosten in der Grundversicherung. Die vom BAG erfassten Zusatzversicherungen weisen laut Manz rund 56 Millionen an Provisionen aus. Der Anteil der Provisionen an den Verwaltungskosten im Bereich Zusatzversicherungen beträgt hohe 25,6 Prozent.

Finma erfasst Zusatzversicherer zusätzlich

Die meisten grossen Anbieter von Zusatzversicherungen werden allerdings nicht vom BAG erfasst, sondern unterliegen der Finma-Kontrolle. Gemäss Finma-Daten haben Krankenkassen für Versicherungsprovisionen von Maklern und Agenten 428 Millionen Franken aufgewendet. «Das entspricht rund 29 Prozent der totalen Verwaltungskosten», heisst es bei Moneyland.ch.

Verwaltungsaufwand von 163 Franken pro Person

Der Verwaltungsaufwand in der obligatorischen Grundversicherung (Personalkosten, Werbung, Provisionen, Administration) beträgt pro versicherte Person im Schnitt 163 Franken laut Moneyland.ch. Vor fünf Jahren lag dieser noch bei 153 Franken.

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Wie versichere ich mich als Grenzgänger?

Grenzgänger unsterstehen einer Krankenversicherungspflicht.

Es ist klar dass jeder, der in der Schweiz wohnhaft ist, eine Krankenkassen Grundversicherung abschliessen muss. Doch was ist mit jenen, die nicht in der Schweiz wohnen aber hier erwerbstätig sind?

Seit dem Inkrafttreten der bilateralen Verträge zwischen der Schweiz und den EU/EFTA Staaten untersteht jeder, der in der Schweiz einer Erwebstätigkeit nachgeht, grundsätzlich der Krankenversicherungspflicht. Dies nennt man Erwerbsortprinzip. Dasselbe gilt für Nicht erwerbstätige Familienangehörige, die sich ebenfalls in dem Staat gegen Krankheit versichern lassen müssen, in dem der Erwerbstätige arbeitet. Bei der Krankenkassen Versicherung für Grenzgänger gelten die gleichen Bedingungen wie für Schweizer Bürger. So herrschen die üblichen Kündigungsfristen sowie das Recht auf eine Individuelle Prämienverbilligung. Zuständig ist der Kanton, in dem man arbeitet. Wenn man behandelt werden muss, können Grenzgänger und ihre nicht erwerbstätigen Familienangehörige selber wählen, ob sie sich in der Schweiz oder in ihrem Wohnland behandeln lassen. Im Wohnsitzland gelten dann die dortigen gesetzlichen Pflichtleistungen und Kostenbeteiligungen.

Personen, die in Österreich, Deutschland, Italien oder Frankreich wohnen, sind von den Regelungen weitgehend befreit. Das heisst, dass sie ein „Optionsrecht“ haben. Somit dürfen sie wählen, ob sie sich in der Schweiz oder trotzdem in ihrem Wohnland versichern lassen möchten. So müssen jene Erwebstätige innerhalb 3 Monate nach Arbeitsbeginn eine Schweizer Krankenkasse wählen oder ein Gesuch um Befreiung von der Versicherungspflicht bei der zuständigen Behörde einreichen.

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Warum gibt es unterschiedliche Prämien für dieselbe Leistung?

Je grösser die Gesundheitskosten in der Region, desto höher die Prämie.

Der Kern der Grundversicherung ist der, dass bei jeder Krankenkasse, egal aus welchem Kanton oder welcher Region, dieselben Leistungen angeboten werden. Dennoch unterscheidet sich die Höhe der Prämien. Doch warum sind die Prämienkosten je nach Ort unterschiedlich, obwohl die Leistung überall dieselbe bleibt?

Wer zum Beispiel im Kanton Genf wohnt zahlt mehr, als jemand der im Kanton Appenzell Innerhoden wohnt. Das mag auf den ersten Blick unfair erscheinen. Doch der Grund dafür ist die Kostenstruktur. Denn die Versicherten verursachen je nach Wohnsitz unterschiedlich hohe Kosten, was wiederum in unterschiedlichen Prämien resultiert. So stuft jeder Krankenversicherer die Prämien nach den ausgewiesenen Kostenunterschieden ab. Dies nicht nur kantonal, sondern auch regional. Diese Prämienregionen werden vom Bundesrat einheitlich festgelegt. Je höher beispielsweise die Ärzte- und Apothekendichte in einer Region, desto höher sind die Gesundheitskosten und somit die Prämien für die jeweiligen Versicherten.

Rückerstattung von zu viel bezahlten Krankenkassen Prämien

Total werden 800 Mio. zu viel bezahlte Krankenkassen Prämien zurückerstattet.

Vesicherte aus bestimmten Kantonen, welche in den letzten Jahren zu hohe Krankenkassen Prämien bezahlt haben, erhalten dieses Jahr eine dritte und letzte Rückerstattung. Der Betrag im Jahr 2017 beläuft sich auf rund 360 Millionen Franken. Insgesamt wurden in drei Etappen 800 Millionen Franken zurückerstattet.

Dieses Ungleichgewicht ist mit dem Inkrafttreten des Krankenversicherungsgesetzes im Jahre 1996 entstanden. Seit damals wurden die Krankenkassen Prämien in neun Kantonen zu hoch angesetzt, wobei betroffene Versicherte tiefe Prämien aus anderen Kantonen subventionierten. Um diesen Misstand aufzuheben hat der Bund beschlossen, die Prämien in drei Teilen zurückzuzahlen. Dabei war lange unklar, ob eine solche Rückzahlung überhaupt möglich ist. Zu den betroffenen Personen gehören Versicherte aus den Kantonen Graubünden, Thurgau, Tessin, Zürich, Zug, Freiburg, Appenzell Innerrhoden, Waadt und Genf.

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Krankenkassen Wechsel bei Sozialhilfe

Bei Prämienschulden kann die Krankenkasse nicht gewechselt werden.

Wer bei den Sozialdiensten der Kantone Sozialhilfe bezieht, wird oftmals verpflichtet, sich bei einer der billigsten Krankenkassen der Schweiz zu versichern. So schreibt der Kanton Bern um Beispiel vor, dass sich Sozialhilfebezüger bei einer der zehn günstigsten Krankenkassen versichern lassen und so auch einen Krankenkassen Wechsel vornehmen müssen.

Auch der Kanton Luzern hat eine Regelung: So müssen die Sozialhilfebezüger zu einer Versicherung wechseln, die nicht teurer als die maximale Prämienverbilligung ist. Solche kantonale Regelungen sind notwendig und günstiger für die Sozialdienste, da die Prämienunterschiede bei den Krankenkassen teil erheblich sind. So können bei einem Wechsel beispielsweise bis zu 1’000.- jährlich gespart werden.

Dennoch ist ein Krankenkassen Wechsel bei Sozialhilfebzügern nicht immer möglich. Grund dafür: Prämienschulden bei bestehenden Krankenversicherern. Gemäss Gesetz kann die Grundversicherung in dem Fall nicht gewechselt werden. Um bei den Krankenversicherungen der Sozialhilfebezüger zu sparen, sind die Kantone laufend auf der Suche nach Möglichkeiten, zum Beispiel bei der Wahl der Franchise.

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Bundesamt für Gesundheit prüft Krankenkassen

Das Bundesamt für Gesundheit geht gegen bestimmte Krankenkassen vor.

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat sich für dieses Jahr vorgenommen, die Krankenversicherer zu überprüfen. Genauer gesagt geht es um die Marketing Massnahmen der Krankenkassen. Hauptziel ist es Krankenkassen, die Versicherte je nach Gesundheitsrisiko anders behandeln, aufzuspüren und gegen diese vorzugehen. Denn eine solche „Sonderbehandlung“, die nur zu Gunsten der Krankenkassen fällt, verstösst gegen das Gesetz welches besagt, dass in der obligatorischen Versicherung alle Versicherten gleich behandelt werden müssen.

So fordert das BAG Einblick in die Verträge. Betroffen sind rund ein Dutzend Krankenversicherer, bei denen bereits Unregelmässigkeiten festgestellt wurden, worauf das Bundesamt diese kontaktiert hat. Dabei hat das BAG die betreffenden Krankenkassen aufgefordert, die Mängel zu beheben. Nichtsdestotrotz waren bei  einer erneuten Prüfung immer noch dieselben Unregelmässigkeiten zu finden. Dabei handelt es sich beispielsweise um eine Methode, bei der einige Versicherer je nach „Risiko“ des Versicherten, nicht alle Varianten der Krankenkassen Grundversicherungen anbieten, worauf die Versicherten je nachdem einen Wechsel vornehmen müssen. Die Krankenkassen verfolgen diese „unerlaubte“ Methode um zu vermeiden, dass beispielsweise ältere Kunden mit einem höheren Kostenrisiko eine Versicherung abschliessen.

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Krankenkassenprämien – Ländliche Gemeinden vs. Stadt

Bundesrat Berset möchte die Prämien für ländliche Gemeinden erhöhen.

Es ist bereits bekannt, dass Versicherte je nach Kanton unterschiedliche Prämien bezahlen. Die Beitragshöhe ist jedoch nicht nur vom jeweiligen Kanton abhängig, sondern auch vom Wohnort innerhalb des Kantons. Je nach dem, in welcher Region man lebt, sind ebenfalls Unterschiede vorzufinden. Im Krankenkassensystem werden so Prämienregionen definiert.

Grundsätzlich ist es so, dass Bewohner von ländlichen Gemeinden tiefere Prämien bezahlen als jene, die in der Stadt leben. Grund dafür ist hauptsächlich das bessere Angebot in städtischen Gebieten. Der Bundesrat, genauer gesagt Alain Berset, möchte die Prämienregionen neu definieren und so vor allem die Städter entlasten. Im Kanton Zürich beispielsweise liegen die Kosten momentan bei durchschnittlich 488.- in der teuersten Region und 408.- in der günstigsten. Die angestrebte Änderung würde jedoch höhere Kosten verursachen und Versicherte in ländlichen Gemeinden negativ treffen. So müsste der ländliche Teil rund 300 Millionen Franken mehr Prämien bezahlen. Städtische Gemeinden kämen jedoch in den Genuss einer Prämienentlastung. Viele Versicherte würden danach bestimmt auch einen Krankenkassen Wechsel in Betracht ziehen.

Der Krankenkassen Branchenverband Santésuisse sträubt sich gegen den Vorstoss, vor allem mit der Begründung der stark steigenden Kosten. Einige Politiker fordern zudem eine Kompetenzverschiebung. So soll die Zuteilung der Prämienregion nicht bei einem Departement liegen, sondern beim gesamten Bundesrat.