Krankenkassen wollen Behandlung im Ausland einführen

Krankenkassen wollen Behandlung im Ausland im Gesetz verankern.

Krankenkassen wollen Behandlung im Ausland im Gesetz verankern.

Ausländische Dienstleistungen und Waren in Anspruch zu nehmen, ist für Schweizerinnen und Schweizer selbstverständlich. So wird zum Beispiel in Deutschland eingekauft, in England studiert oder importiertes Gemüse aus Portugal gegessen. Jedoch wenn es um die Gesundheit und Krankenkassen geht, sind für die Schweiz die Grenzen zum Ausland geschlossen. Dies soll geändert werden, ohne dass ein Krankenkassen Wechsel stattfinden muss.

Das Schweizer Gesetz schreibt vor, dass die Grundversicherung der Krankenkassen im Normalfall nur Leistungen zahlen darf, die in der Schweiz beansprucht wurden. Diese Regelung wird nun nochmals neu geprüft, nicht zuletzt auch aufgrund diverser Meinungsträger aus Politik und Wirtschaft, insbesondere seitens Versicherungsvertretungen. Die CSS Versicherung spricht sich beispielsweise für offene Grenzen im Gesundheitssystem aus. Dies soll tiefere Kosten und auch höhere Qualität bringen. Der Krankenkassenverband Santésuisse sowie Vertreter von Economiesuisse und der Preisüberwacher teilen dieselbe Meinung. Vor allem bei Medikamenten und Behandlungen, die im Ausland teils bedeutend tiefer sind macht es Sinn, dass die Krankenkassen die Kosten übernehmen, auch wenn es nicht gesetzeskonform ist. Auch spielen gemäss Experten Qualitätsgründe eine grosse Rolle, so sollen ausländische Kliniken, die in bestimmten Behandlungen spezialisierter und qualifizierter als die Schweiz sind, bevorzugt werden dürfen.

Gegenstimmen, wie beispielsweise der Spitalverbund, argumentieren, dass durch ein solches neues System die Löhne im Gesundheitswesen so enorm unter Druck geraten würden. So würden wahrscheinlich Löhne gekürzt und Stellen gestrichen werden.

Mehr als 100’000 Schweizer bezahlen Prämien nicht

Schweizer zahlen Prämien nicht

Einige Kantone haben Schwarze Listen für säumige Prämienzahler.

Auf einer Schwarzen Liste landen Personen, die sich nicht an bestimmte Regeln halten – seit geraumer Zeit ist dies auch bei den Krankenversicherungen und beim Zahlen der Prämien ein Thema.

Denn bei den Personen, die ihre Krankenkassen-Rechnungen nicht begleichen, ist ein stetiger Anstieg zu verzeichnen – gar eine Verdoppelung in den letzten 7 Jahren. Allein im Kanton Zürich blieben 2014 Rechnungen im Wert von 37.8 Millionen Franken offen, landesweit sind es über 236 Millionen Franken.

Diese immensen Kosten werden zwangsweise auf andere Versicherte, d.h die Steuerzahler, abgewälzt, denn der Kanton begleicht 85% der offenen Rechnungen. Zum einen ist es so, dass die Prämien mittlerweile ein sehr hohes Level erreichen, was für einige zu finanziellen Engpässen führt. Dennoch gibt es gemäss dem Präsident des Krankenkassenverbands Santésuisse auch die Kundenkategorie, welche die Prämien schlicht nicht zahlen möchten und das Geld lieber anders ausgeben.

Als Folge haben einige Kantone sogenannte Schwarze Listen eingeführt, wo Personen, welche ihre Prämien nicht zahlen wollen, eingetragen sind. Dies sind beispielsweise im Kanton Aargau 10’000 Personen, im Thurgau ca. 5’000. Diese Personen werden nicht zum Krankenkassen Wechsel gezwungen, sondern ihre Krankenkasse bezahlt in diesem Fall lediglich medizinische Notfallbehandlungen.

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