Krankenkassen haben 2017 zu viel Prämien eingefordert

Krankenkassen Wechsel PrämienverbilligungIm Jahr 2017 wurde mit einem Anstieg der Kosten in der Grundversicherung von rund 3,2 Prozent gerechnet. Gemäss dieser Berechnung wurden dann auch die Prämien angesetzt. Nur sind die Kosten nicht wie vorhergesagt um 3,2 Prozent, sondern nur um 1,7 Prozent angestiegen. Aus diesem Grund haben die Krankenkassen über 800 Millionen Franken zu viel eingenommen.

Nun darf man sich fragen, ob und wie dieses Geld zurück an die Versicherten gelangt. Konkret: Werden die Prämien nun billiger? Oder gibt es gar Rückzahlungen von Krankenkassen? Das findet zumindest Jürg Schlup, Präsident des Ärzteverbandes FMH. Gegenüber der „Schweiz am Wochenende“ hat er sich dafür ausgesprochen, dass die zu viel einbezahlten Prämien bei der Prämienberechnung im Jahr 2018 miteinbezogen werden. Doch das muss nicht zwingend sein. Denn gemäss Gesetz müssen sich die Prämienerhöhungen an der Kostenentwicklung orientieren. Dennoch: Krankenkassen dürfen seit 2016 erzielte Prämienüberschüsse am die Versicherten zurückzahlen. Doch das machen bislang die wenigsten Krankenkassen.

Wenn Krankenkassen Geld zurückzahlen

Krankenkasse TippsEin Aktueller Fall in Basel: Die dort ansässige Krankenkasse Sympany hat im vergangenen Jahr einen Gewinn von rund 55 Millionen Franken erzielt. Nun wird ein Drittel davon an die Kunden der Grundversicherung zurückgegeben. Das passiert, weil die Sympany im vergangenen Jahr besonders stark vom sogenannten Risikoaustausch profitiert hat. Beim Risikoaustausch bezahlen Kassen mit vielen jungen, gesunden Kunden einen Austauschbeitrag an Kassen mit einem grösseren Prozentanteil älterer Kunden. Da Krankenkassen nicht genau vorhersagen können, wieviel Geld sie für den Risikoausgleich erhalten oder bezahlen müssen, gestalte sich die exakte Prämienberechnung schwierig, so Sympany-CEO Michael Willer.