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Medikamente in der Schweiz viel teurer als im Ausland

Schweizer geben pro Jahr etwa 800 Franken für Medikamente aus, ein hoher Wert. Der Krankenversicherungsverband Santésuisse fordert daher eine Anpassung aller Medikamentenpreisen, damit könnte viel Geld eingespart werden. Ein grosses Problem ist, dass bei gleichen Medikamenten (Generika und patentabgelaufenes Medikament) nur das günstigere von der Krankenkasse übernommen wird.

Ein weiterer Punkt ist, dass Generika in der Schweiz im Vergleich zum Ausland mehr als 50% mehr kosten. Auch patentgeschützte Medikamente sind in der Schweiz immer noch 14% teurer.

Mit Anpassungen bei den Kosten von Medikamenten in der Schweiz könnten also insgesamt die Krankenkassen Prämien für alle Kunden vergünstigt werden.

Schwarze Liste der Krankenkassen

Manche Krankenkassen haben ein sogenannte «schwarze Liste», mit allen Versicherten, die die Prämien nicht bezahlen können. Leute, die auf dieser Liste sind bekommen nur noch im Notfall Medikamente oder andere Leistungen.

Dies führte letztes Jahr zu einem Todesfall, da ein Mann mit HIV-Infektion keine Medikamente bekam. Daher ist die «schwarze Liste» nun wieder in den Schlagzeilen und es wird debattiert, ob so eine Liste ethisch ist und wann genau ein Notfall vorliegt. Ein anderer Streitpunkt ist, ob die Liste überhaupt noch einen Nutzen hat. Einige Kantone werden daher die Liste wieder abschaffen, da sie die Grundversorgung einer wirtschaftlich und sozial schwachen Bevölkerungsgruppe gefährde, während es gleichzeitig keine Hinweise auf eine bessere Zahlungsmoral gäbe. Aber auch ohne Liste muss ein Weg gefunden werden, wie mit Versicherten umgegangen wird, die die Prämien nicht bezahlen können. Denn zurzeit sind insgesamt über 33’000 Leute auf dieser Liste.

Franchisen steigen mit den Gesundheitskosten

Der Bundesrat möchte, dass zukünftig die Franchisen angepasst werden, sobald die Gesundheitskosten einen gewissen Wert überschreiten. Einen Vorschlag wurde bereits auserarbeitet. Er schlägt vor, Franchisen und Bruttokosten zu Lasten der Grundversicherung im Verhältnis 1:12 zu halten. Sobald die Kosten pro Person 13-mal höher liegen als die ordentliche Franchise, müssen alle Franchisen um 50 Franken angehoben werden. Dies wäre das nächste Mal bei Kosten von 3’900 Franken der Fall. Man geht davon aus, dass diese Erhöhung sicher im Jahr 2020 fällig ist und es danach alle 4 Jahre erhöht wird. Dieser Vorschlag muss nun vom Parlament angenommen werden.

Ziel dieser Erhöhung ist, dass die Versicherten mehr Eigenverantwortung übernehmen und zukünftig nur dann medizinische Leistungen in Anspruch nehmen, wenn es auch wirklich nötig ist.

Schwarze Liste Krankenkasse

Wer seine Krankenkassen-Rechnungen nicht zahlt, hat in manchen Kantonen kein Anrecht mehr auf medizinische Behandlungen. Wer auf der sogenannten schwarzen Liste landet, bei dem übernimmt die Krankenkasse nur die Kosten im Falle eines Notfalls.

Das Hauptproblem ist, dass ein Notfall von der Krankenkassen und den Spitälern jeweils verschieden interpretiert wird. Das hat zur Folge, dass viele Spitäler auf ihren Rechnungen sitzen bleiben, weil die betroffenen Patienten auf der schwarzen Liste der Krankenkassen figurieren. Das, obwohl für die Patienten die ärztliche Behandlung und Medikamente teils lebensnotwendig sind, wie bei den Fällen von Geburten oder Krebspatienten.

Immer mehr kritische Stimmen äussern sich zu dieser Schwarzen Liste. Viele Politiker von Links bis Rechts sind der Meinung, dass sich hier etwas ändern sollte.

Makler-Provisionen treiben Krankenkassen-Kosten hoch

Makler-Provisionen treiben Krankenkassen-Kosten hoch!

500 Millionen Franken jährlich geben Krankenkassen laut einer Analyse für Makler-Abschlussprovisionen aus! Der Kampf um neue Kunden bei den Krankenversicherern läuft auf Hochtouren.

Abschlussprovisionen für Grund- und Zusatzversicherungen sind immer ein Thema. Vor allem dann, wenn die Krankenversicherer ihre Tarife für die Grundversicherung bekannt geben, was vor ein paar Wochen der Fall war.

Moneyland.ch zeigt mit einer Auswertung, dass besonders die Zahlungen der Krankenkassen für Makler-Abschlussprovisionen im Bereich der Zusatzversicherungen hoch ausfallen.

Nur ein kleiner Teil der Provisionen für Grundversicherung

Benjamin Manz, Geschäftsführer von Moneyland.ch, sagt: «Abschlussprovisionen in der Höhe von mehr als 500 Millionen Franken treiben die Verwaltungskosten der Krankenversicherer in die Höhe.» Davon entfielen nur 33 Millionen auf die Grundversicherung.

In der Grundversicherung 2016 betrugen die Provisionen 33 Millionen Franken. Das entspricht 2,4 Prozent der gesamten Verwaltungskosten in der Grundversicherung. Die vom BAG erfassten Zusatzversicherungen weisen laut Manz rund 56 Millionen an Provisionen aus. Der Anteil der Provisionen an den Verwaltungskosten im Bereich Zusatzversicherungen beträgt hohe 25,6 Prozent.

Finma erfasst Zusatzversicherer zusätzlich

Die meisten grossen Anbieter von Zusatzversicherungen werden allerdings nicht vom BAG erfasst, sondern unterliegen der Finma-Kontrolle. Gemäss Finma-Daten haben Krankenkassen für Versicherungsprovisionen von Maklern und Agenten 428 Millionen Franken aufgewendet. «Das entspricht rund 29 Prozent der totalen Verwaltungskosten», heisst es bei Moneyland.ch.

Verwaltungsaufwand von 163 Franken pro Person

Der Verwaltungsaufwand in der obligatorischen Grundversicherung (Personalkosten, Werbung, Provisionen, Administration) beträgt pro versicherte Person im Schnitt 163 Franken laut Moneyland.ch. Vor fünf Jahren lag dieser noch bei 153 Franken.

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Was, wenn die Kasse nicht zahlt?

Wenn die Krankenkasse nicht zahlt bzw. die Zahlung verweigert, sind wir völlig hilf- und machtlos. Wie du im Streitfall vorgehen solltest und an wen du dich wenden kannst, zeigen wir dir hier:

Verlange Erklärungen: Die Krankenkassen haben eine gesetzliche Informationspflicht. Beharre auf einer schriftlichen Stellungnahme, falls du Zweifel an der Auskunft hast.

Verlange eine schriftliche Verfügung: Die Krankenkasse wird dir einen begründeten Entscheid zustellen und dich über die Rechtsmittel informieren. Den Entscheid musst du innert 30 Tagen nach deiner Eingabe erhalten.

Erwäge eine Einsprache: Innerhalb von 30 Tagen kannst du bei deiner Kasse gegen die Verfügung Einsprache erheben. Das kannst du auch mündlich machen – empfehlenswert ist aber ein eingeschriebener Brief. Die Kasse muss dir daraufhin einen Einspracheentscheid zustellen, der eine Begründung enthält und dich über deine weiteren Rechtsmittel informiert.

Erwäge eine Beschwerde gegen den Einspracheentscheid: Innerhalb von 30 Tagen nach Eingang des Einspracheentscheids kannst du beim kantonalen Versicherungsgericht schriftlich Beschwerde einreichen. Eine Beschwerde ist auch möglich, wenn die Kasse es unterlässt, dir die Verfügung oder den Einspracheentscheid zuzustellen. Die Beschwerde beim kantonalen Versicherungsgericht kannst du nur einreichen, wenn du zuvor bei der Krankenkasse formell (mündlich oder schriftlich) Einsprache erhoben hast.

Ziehe das Urteil allenfalls weiter: Wenn du mit dem Entscheid des kantonalen Versicherungsgerichts nicht einverstanden bist, kannst du innert 30 Tagen mit einer weiteren schriftlichen Beschwerde ans Eidgenössische Versicherungsgericht in Luzern gelangen. Dessen Urteil ist endgültig und nicht weiter anfechtbar.

Häufig gestellte Fragen zum Versicherungswechsel

Krankenkasse TippsKönnen Krankenkassen Versicherte ablehnen?

Nein, die Grundversicherung kann einem nicht ablehnen, da es in der Schweiz eine Versicherungspflicht gibt. Hingegen müssen Zusatzversicherungen, die sogenannte Risikopersonen nicht aufnehmen.

Wie soll ich am besten vorgehen, wenn ich die Grundversicherung wechseln will?

Am besten überprüft man die verschiedenen Krankenkassen Prämien mit Vergleichsrechnern im Internet. Erst wann man sich für eine andere Krankenkasse entschieden hat, kann man die alte Versicherung kündigen. Das Kündigungsschreiben muss bis spätestens am 30. November bei der alten Kasse eintreffen.

Kann es sein, dass man am Ende doppelt versichert ist?

Nein, man kann nie gleichzeitig bei zwei Krankenkassen grundversichert sein. Sollte die neue Krankenkasse den Beitritt verspätet mitteilen, wird diese sogar schadenersatzpflichtig.

Ich überlege mir von der tiefsten Franchise auf eine mittlere zu wechseln? Wie viel Geld kann ich sparen?

Mit der die höchste Franchise (2’500 Franken) spart man bei den meisten Krankenkassen am meisten. Auf diese Weise liegt der maximale Prämienrabatt im Vergleich zur tiefsten Franchise bei 1’540 Franken.

Im Kanton Aargau steigen die Prämien 2018 um 3,1%

Im Kanton Aargau beläuft sich der Aufschlag in der obligatorischen Krankenversicherung im Schnitt auf 3,1% für Erwachsene. Damit liegt er unter dem schweizweiten Durchschnittsaufschlag von 4%. Die Durchschnittsprämie für das Standardmodell mit der Minimalfranchise von 300 Franken inklusive Unfalleinschluss beträgt neu 430,2 Franken. 2017 waren es 417,4 Franken.

Die Prämien für Kinder und junge Erwachsene im Alter von 18 bis 26 Jahren steigen um 3,5% an.

Den höchsten Aufschlag haben mit je 12% die Krankenkassen Steffisburg und Sumiswalder sowie die SLKK. Das günstigste Angebot hat die Agrisano, das teuerste die Kolping. Wer von der teuersten zur billigsten Kasse wechselt, spart beim Standardmodell aufs ganze Jahr hochgerechnet 1’502 Franken. Es lohnt sich also abzuklären, wie viel weniger du nach einem Kassenwechsel zahlen musst.

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Spartipps für deine Krankenkassenprämie

Angebote der Krankenkassen vergleichen

Zuerst sollte man bei anerkannten Online Portalen die verschiedenen Angebote der Krankenkassen vergleichen. Es werden schnell starke Unterschiede zwischen den einzelnen Krankenkassen sichtbar und man erkennt schnell seine Sparmöglichkeiten.

Kundenzufriedenheit

Nicht nur der Preis sollte bei der Wahl einer Krankenkasse entscheidend sein. Eine wichtige Rolle spielt auch die Kundenzufriedenheit. Gerade bei chronischen Krankheiten oder wenn der Versicherte hohe Ausgaben für Medikamente hat ist es wichtig, dass der Service der Krankenkasse stimmt. In so einem Fall sollte man nicht zu einer Billig-Krankenkasse wechseln.

Sparmodelle prüfen

Unbedingt sein aktuelles Sparmodell überprüfen. Es gibt die Modelle Telmed, Hausarzt oder HMO. Die verschiedenen Modelle wurden bereits in einem Beitrag erklärt. Je nach Sparmodell kann man bis zu 25% Prämien sparen!

Franchise überprüfen

Ebenfalls sollte sich der Versicherte über seine Franchisen Gedanken machen. Nur die Franchisen von 300.- und 2’500.- zahlen sich aus. Die tiefste Franchise eignet sich für Versicherte mit sehr hohen Gesundheitskosten und die 2500 Franken werden bei geringen Gesundheitskosten empfohlen.

Keine doppelte Unfallversicherung

Auch die Streichung der Unfalldeckung bei der Krankenkasse, wenn man vom Arbeitgeber versichert ist, gehört zu einer weiteren möglichen Sparmassnahme

Prämienverbilligungen beantragen

Als Versicherter sollte man unbedingt die Prämienverbilligung beantragen. Die Verbilligungen können bis zu 2000 Fr. pro Jahr und mehr ausmachen.

Rabatte der Krankenkassen

Zudem gilt es zu prüfen, ob Krankenkassen Rabatte anbieten, wenn man die Prämienrechnung vorauszahlt.

Krankenkasse einfach erklärt

Krankenkasse einfach erklärt!

In der Schweiz gibt es zwei Arten von Krankenversicherungen:

– Die obligatorische Grundversicherung (gesetzlich gesamtschweizerisch definierte Leistungen). Die gesetzlichen Grundlagen dafür sind im Krankenversicherungsgesetz (KVG) festgehalten und in den Verordnungen zu den Gesetzen präzisiert.

– Die freiwilligen Zusatzversicherungen zur Grundversicherung mit erweiterten Leistungen. Diese Vertragsverhältnisse unterstehen dem Versicherungsvertragsgesetz (VVG) und der freien Vertragsgestaltung im Rahmen dieses Gesetzes.

Versicherungspflicht

Du musst dich insbesondere versichern:

– Wenn du in der Schweiz wohnhaft bist (unabhängig von Ihrer Staatsangehörigkeit). Jedes Familienmitglied muss versichert sein, Erwachsene ebenso wie Kinder (es gibt keine Familien-versicherung).

– Wenn du über eine Aufenthaltsbewilligung von drei Monaten oder länger verfügst.

– Wenn du für kurze Zeit (weniger als drei Monate) in der Schweiz arbeiten und der Versicherungsschutz nicht demjenigen der schweizerischen Krankenversicherung entspricht.

– Wenn du als Schweizerin/Schweizer oder als EU/EFTA-Staatsangehörige/r in der Schweiz erwerbstätig bist und in einem EU-Mitgliedstaat, in Island oder Norwegen wohnst. Dies gilt auch für deine nichterwerbstätigen Familienangehörigen.

– Wenn du als Schweizerin/Schweizer oder als EU/EFTA-Staatsangehörige/r ausschliesslich eine Rente aus der Schweiz beziehst und in einem EU-Mitgliedstaat, in Island oder Norwegen wohnst. Dies gilt auch für deine nichterwerbstätigen Familienangehörigen.

– Wenn du eine Arbeitslosenentschädigung aus der Schweiz beziehst und dich zur Arbeitssuche für drei Monate in einen EU/EFTA-Mitgliedstaat begibst.

Versicherungsmodelle

Der Versicherer kann bei der Grundversicherung ein individuelles Modell wählen und kann dadurch von einer Prämienreduktion profitieren:

– HMO
– TelMedizin
– Hausarztmodell

Mit dem richtigen Grundversicherungsmodell kannst du pro Jahr über 900.- sparen. Vergleichen lohnt sich also!