Bund soll teure Arzneimittel durch Zwangslizenz vergünstigen

Dazu fordert die Organisation Public Eye den Bundesrat auf. Die Organisation klagt, zusammen mit der Krebsliga Schweiz, dass weltweit bereits zwei Milliarden Menschen kein Zugriff auf einfachste Medikamente hätten (Daten gemäss der Weltgesundheitsbehörde WHO). Doch auch in reichen Ländern, wie zum Beispiel der Schweiz, würde die Medikamentenversorgung zum Teil bereits problematisch, so die beiden Organisationen.

Public Eye fordert vom Bundesrat nun Massnahmen: So sollen die Pharma-Konzerne sogar faktisch teilweise enteignet werden. Das würde bedeuten, dass teure, patentierte Medikamente notfalls auch von anderen Herstellern produziert werden dürften. Das würde zu einer Vergünstigung der Preise führen. Normalerweise haben Pharmafirmen ein 20-jähriges Monopol auf die von ihnen entwickelten Medikamente. Dieser Patentschutz soll vom Bundesrat per Zwangslizenz aufgehoben werden können, fordert Public Eye.

Ob es so weit kommen wird, ist jedoch ungewiss: Die dafür benötigte Sammelbeschwerde wurde erst lanciert. Ob und wie der Vorstoss die Krankenkassen betrifft, ist daher noch unklar.