Teure Kassen: Immer mehr Krankenkassen Schuldner im Tessin

Krankenkassen Wechsel SchweizDie Anzahl Menschen, welche ihre Krankenkassenprämien nicht mehr bezahlen können, ist – vor allem im Tessin – angestiegen. Besonders betroffen sind alleinstehende Männer ohne Kinder. Eine mögliche Erklärung für diesen Umstand hat Sozialdirektor Paolo Beltraminelli. Er folgert, dass Kinder die Menschen verantwortungsbewusster machen. Eine Studie zum Profil des durchschnittlichen Krankenkassenschuldners hat die Tessiner Fachhochschule SUPSI erstellt und publiziert. Gemäss diesen Daten sind zwei Drittel der Schuldner Männer und davon sind 80 Prozent kinderlos.

Im Tessin kamen im Zeitraum von 2012 bis 2015 über 25’000 Menschen ihren Zahlungen an Krankenkassen nicht nach. Das Gefährliche dabei: Wird es besonders schlimm, kann man auf einer schwarzen Liste der Krankenkassen landen. In diesem Fall erhält man nur noch die allernötigsten medizinischen Leistungen. Ein weiteres Problem besteht für die Gesellschaft. Denn der grösste Anteil der fälligen Beträge der Schuldner übernimmt der Kanton.

Krankenkasse – die schwarze Luzerner Liste

Krankenkasse News

Die schwarze Liste in Luzern!

Luzern führt seit drei Jahren eine schwarze Liste für Prämienzahler, welche die Beträge nicht begleichen. Die Ertwartungen haben sich diesbezüglich nicht erfüllt und trotzdem ist der Kanton vollen Optimismus für dieses Projekt.

Personen welche im Kanton Luzern ihre Krankenkassenprämien nicht bezahlen droht ein Eintrag auf der schwarzen Liste, welche seit 3 Jahren existiert. Hat man einen solchen Eintrag, dann beudeutet dies, dass die Krankenkassen die medizinischen Leistungen nicht mehr bezahlen, ausser es handle sich um eine Notfallbehandlung. Obwohl die Konsequenzen hart sind steigt die Anzahl der eingetragenen Versicherten. Ende August lag die Zahl bei ca. 6’600 Personen, welche ihre Rechnungen nicht bezahlt haben.

Krankenkasse – Prämien werden vom Bundesrat aufgeräumt

Krankenkasse Infos Prämien

Zu hohe Prämienrabatte werden nach unten korrigiert!

Der Bundesrat will die Zahl der Wahlfranchisen senken. Gleichzeitig will er zu hohe Prämienrabatte nach unten korrigieren. Das Resultat wird sein, dass die Prämien für Versicherte mit hohen Franchisen steigen.

Er möchte die Franchisen von 300, 1’000 und 2’000 Franken streichen, da diese gemäss BAG (Bundesamt für Gesundheit) nur noch von wenigen Versicherten beansprucht werden. Nach der Änderung würden nur noch die Franchisen von 500, 1’500 und 2’500 Franken zur Auswahl stehen.

Bei Kindern sollen nur noch die Franchisen von 400 Franken und diejenige von 600 Franken zur Verfügung stehen, nicht wie vorher 6 verschiedene Franchisen. Gemäss BAG sind ca. 590’000 Erwachsene und 66’600 Kinder von der Verordnungsänderung betroffen.

Der Bundesrat will zudem die Höhe des maximalen Prämienrabatts anpassen. Der Rabatt soll nur den Einsparungen entsprechen, die wegen der höheren Kostenbeteiligung der Versicherungsnehmer entstehen.
Der momentane Rabatt sei höher als die risikobereinigten Einsparungen.

Die Anhörung zur Verordnungsänderung dauert noch bis zum 12. November 2015. Geplant ist, dass die Änderungen per 1. Januar 2017 in Kraft treten und sich 2017 erstmals auf die Prämien auswirken.