Bund soll teure Arzneimittel durch Zwangslizenz vergünstigen

Dazu fordert die Organisation Public Eye den Bundesrat auf. Die Organisation klagt, zusammen mit der Krebsliga Schweiz, dass weltweit bereits zwei Milliarden Menschen kein Zugriff auf einfachste Medikamente hätten (Daten gemäss der Weltgesundheitsbehörde WHO). Doch auch in reichen Ländern, wie zum Beispiel der Schweiz, würde die Medikamentenversorgung zum Teil bereits problematisch, so die beiden Organisationen.

Public Eye fordert vom Bundesrat nun Massnahmen: So sollen die Pharma-Konzerne sogar faktisch teilweise enteignet werden. Das würde bedeuten, dass teure, patentierte Medikamente notfalls auch von anderen Herstellern produziert werden dürften. Das würde zu einer Vergünstigung der Preise führen. Normalerweise haben Pharmafirmen ein 20-jähriges Monopol auf die von ihnen entwickelten Medikamente. Dieser Patentschutz soll vom Bundesrat per Zwangslizenz aufgehoben werden können, fordert Public Eye.

Ob es so weit kommen wird, ist jedoch ungewiss: Die dafür benötigte Sammelbeschwerde wurde erst lanciert. Ob und wie der Vorstoss die Krankenkassen betrifft, ist daher noch unklar.

Medikamente in der Schweiz viel teurer als im Ausland

Schweizer geben pro Jahr etwa 800 Franken für Medikamente aus, ein hoher Wert. Der Krankenversicherungsverband Santésuisse fordert daher eine Anpassung aller Medikamentenpreisen, damit könnte viel Geld eingespart werden. Ein grosses Problem ist, dass bei gleichen Medikamenten (Generika und patentabgelaufenes Medikament) nur das günstigere von der Krankenkasse übernommen wird.

Ein weiterer Punkt ist, dass Generika in der Schweiz im Vergleich zum Ausland mehr als 50% mehr kosten. Auch patentgeschützte Medikamente sind in der Schweiz immer noch 14% teurer.

Mit Anpassungen bei den Kosten von Medikamenten in der Schweiz könnten also insgesamt die Krankenkassen Prämien für alle Kunden vergünstigt werden.

Schwarze Liste der Krankenkassen

Manche Krankenkassen haben ein sogenannte «schwarze Liste», mit allen Versicherten, die die Prämien nicht bezahlen können. Leute, die auf dieser Liste sind bekommen nur noch im Notfall Medikamente oder andere Leistungen.

Dies führte letztes Jahr zu einem Todesfall, da ein Mann mit HIV-Infektion keine Medikamente bekam. Daher ist die «schwarze Liste» nun wieder in den Schlagzeilen und es wird debattiert, ob so eine Liste ethisch ist und wann genau ein Notfall vorliegt. Ein anderer Streitpunkt ist, ob die Liste überhaupt noch einen Nutzen hat. Einige Kantone werden daher die Liste wieder abschaffen, da sie die Grundversorgung einer wirtschaftlich und sozial schwachen Bevölkerungsgruppe gefährde, während es gleichzeitig keine Hinweise auf eine bessere Zahlungsmoral gäbe. Aber auch ohne Liste muss ein Weg gefunden werden, wie mit Versicherten umgegangen wird, die die Prämien nicht bezahlen können. Denn zurzeit sind insgesamt über 33’000 Leute auf dieser Liste.

Medikamente aus dem Ausland

Medikamente aus dem Ausland

Medikamente im Ausland bestellen!

Viele Schweizer Bürger fahren für Lebensmittel oder Kosmetikprodukte nach Deutschland. Auch Medikamente sind mit dem tiefen Eurokurs sehr beliebt, davon werden viele bequem von Zuhause aus über das Internet bestellt. Wenn du eine solche Bestellung schon gemacht hast oder vorhast, solltest du es dir zweimal überlegen. Diese Bestellungen können bös enden. Es kann durchaus vorkommen, dass du illegale Medikamente bestellst, diese können dich gefärden und es kann zu Komplikationen kommen mit den Behörden.

Im September 2016 wurde entschieden, dass auch rezeptfreien Medikamenten mit einer ärztliche Verschreibung bestellt werden müssen. Der Arzt muss den Gesundheitszustand des Patienten kennen.

Die Heuschnupfensaison ist eröffnet

Die Heuschnupfensaison ist eröffnet

Pollenalarm

Nach den kalten Winterwochen freuen sich alle über die angenehmen Frühlingstemperaturen, doch der Frühling bringt auch Negatives mit sich. Mai ist die Hauptblütezeit die dafür sorgt, dass viele Pollen in der Luft sind. Für Pollenallergiker ist diese Zeit nicht zum Geniessen, diese sind nämlich mit Juckreiz, Niesattacken oder mit der verstopften Nase beschäftigt. Für schwache Symptome genügen rezeptfreie Medikamente oder homöopathische Mittel.

Bei rezeptpflichtigen Medikamenten soll man auf den Vorrat achten damit keine unnötigen Kosten getätigt werden müssen. Es kann nämlich durchaus vorkommen, dass die Medikamente ausgehen und kein Rezept für die neuen vorhanden ist. In einem solchen Fall kannst du dir mit rezeptfreien Medikamenten helfen. Würden diese Medikamente nicht genug stark sein, kannst du dich mit folgen Punkten etwas schonen:

  • Staube deine Wohnung feucht ab
  • Benutze die Taschentücher nur einmal
  • Spüle deine Nase mit Salzwasser
  • Vermeide die Lüftung im Auto

Im Notfall kannst du dein Glück in einer Apotheke probieren, es gibt nämlich kulante Apotheker die dir rezeptpflichtige Medikamente ohne Rezept verkaufen. Rechne aber in diesem Fall nicht mit der Krankenkasse, die Medikamente musst du selber bezahlen.

Tipps für Patienten, die auf Hepatitis Medikamente angewiesen sind

Krankenkasse Tipps

Tipps, welche Hepatitis-C-Erkrankten helfen!

In unserem letzten Artikel am Sonntag haben wir darüber berichtet, wie viele Hepatitis-C-Erkrankte auf Medikamente angewiesen sind, welche sie in der Schweiz nicht erhalten. Dabei geht es hauptsächlich um das Medikament Harvoni, welches das BAG nicht einführen will.

Hier gelangst du zum letzten Artikel!
Jetzt möchten wir die ein paar Tipps geben, wie du dich zu verhalten hast, wenn du davon betroffen bist:

  • Lass nicht locker! Wenn du das erste Mal von der Krankenkasse abgelehnt worden bist, dann stell einen Wiedererwägungsgesuch und reiche noch einmal alle detaillierten Unterlagen wie Ärzteeinschätzungen, Fotomaterial, etc. ein.
  • Verlange bei einer erneuten Ablehnung eine beschwerdepflichtige Verfügung. Die Kasse muss daraufhin eine schriftliche und detailierte Begründung liefern, wie sie zu diesem Entscheid gekommen sind.
  • Diese Verfügung kannst du dann verwenden, falls du vor Gericht den Entscheid anfechten willst. In gewissen Kantonen ist dieser Schritt sogar kostenlos.
  • Hepatitis-C-Patienten, die sich Medikamente in einem anderen Land besorgen wollen, sollten sich unbedingt vorher beraten lassen. Ebenfalls wichtig: Bevor du mit der Behandlung beginnst, musst du im Besitz der kompletten Therapiedosis sein.

Die FDP will mehr Eigenverantwortung im Gesundheitswesen

Krankenkasse News

Es sollen Gesundheitskosten gespart werden!

Mit drei gleichzeitig eingereichten Verstössen fährt die Bundeshaus-Fraktion der FDP schweres Geschütz auf. Sie haben die Idee, dass die Mindestfranchise, welche heute 300 Franken beträgt genau so erhöht wird, wie die Maximalfranchise von 2’500 Franken.

Die FDP ist der Meinung, dass man es sich zweimal überlegt, ob man zum Arzt geht, wenn man mehr aus der eigenen Tasche bezahlen muss. Das Ziel sei es, die Eigenverantwortung zu stärken, denn viele Leute rennen schon bei Bagatellen zum Arzt, anstatt zuerst selbst zu versuchen gesund zu werden.

Die Franchise muss von den Versicherten jährlich selbst bezahlt werden. Wenn eine Person also die tiefste Franchise von 300 Franken ausgewählt hat, muss sie die Arztrechnungen und Medikamente bis zu der Grenze selbst bezahlen. Bei einer höheren Franchise wird die Person von Krankenkassen mit Rabatten auf die Prämie belohnt.

Gemäss FDP ist es nicht abwägig, dass die höchste Franchise in der Zukunft mehrere Tausend Franken beträgt. Jemand der die eigenen Gesundheitskosten zum grössten Teil selbst übernehmen will und dafür weniger Prämien zahlt, dem ist geholfen. Die Mindestfranchise soll auf 400 Franken erhöht werden.

Sind Zusatzversicherungen notwendig?

ZusatzversicherungAlle in der Schweiz lebhaften Personen sind gemäss Krankenkassengesetz dazu verpflichtet, eine obligatorische Grundversicherung abzuschliessen. Du hast immer die Möglichkeit auch ein alternatives Versicherungsmodell zu wählen, damit zu so Prämien sparen kannst. Alle Zusatzversicherungen sind freiwillig, daher schliesst du diese nur ab, wenn sie für dich einen Nutzen bringen können.
Für viele Versicherte lohnt sich der Abschluss einer Zusatzversicherung. Die Prämie wird erhöht, du erhälst aber zusätzliche Leistungen, welche die Grundversicherung nicht abdeckt. Bei gewissen Behandlungen, welche nicht von der obligarotischen Versicherung gedeckt werden, können die Kosten schnell in die Tausende oder sogar Zehntausende Franken gehen. Mit einer Zusatzversicherung können solche Kosten unter Umständen vermieden werden.
Schau dir die Übersichtslisten mit den Leistungen in der Grundversicherung und den Zusatzversicherungen an und entscheide dann, ob sich eine Zusatzversicherung vielleicht für dich lohnen könnte.

Leistungen bei der Grundversicherung:

Ambulante Behandlung
Verschriebene Medikamente
Aufenthalt in der allgemeinen Abteilung in Spitäler im Wohnkanton
Ausserkantonaler Aufenthalt in Spitäler bei Notfall
Pflege zu Hause oder in Pflegeheim
Zahnbehandlungen
Brillengläser oder Kontaktlinsen
Präventionsmassnahmen
Medizinische Rehabilitation
Psychotherapie
Physiotherapie
Schwangerschaft
Transport und Rettung

Leistungen bei der Zusatzversicherung:

Freie Spitalwahl in der Schweiz
Freie Arztwahl (Oberarzt) im Spital
Spital-Komfort bei der Zimmerbelegung
Gesundheitsvorsorge wie Fitness- oder Hallenbadabonnemente
Schutz- und Reiseimpfungen
Zahnbehandlungskosten bei Korrektur der Zahnstellung
Beiträge bei Rettungs- und Bergungskosten
Ausländische Behandlungen
Brillen und Kontaktlinsen

Warum die Prämien im Kanton Bern besonders hoch sind

Bern KrankenkassenprämienSchweizweit sind die Prämien wieder deutlich gestiegen. Bern hat es jedoch besonders stark getroffen. Nur in fünf Kantonen sind die Prämien höher als in Bern.

Knapp 13’000 Franken bezahlt eine vierköpfige Familie in der Stadt Bern für die Grundversicherung. Die meisten sind sich einig, dass ist viel zu viel Geld.

Dazu kommt, dass die Krankenkassenprämien immer weiter ansteigen, jedes Jahr. Während den letzten zehn Jahren sind die Prämien über 25 Prozent gestiegen. Grundsätzlich kann man davon ausgehen, dass wenn der Wohlstand der Schweizer Bevölkerung steigt, dass dann auch die Gesundheitskosten steigen.

Die Fortschritte der Technik gehen immer weiter und daher werden auch die Behandlungsgeräte teurer. Auch für Medikamente muss man zunehmend mehr bezahlen. Zur Prämienerhöhung trägt auch bei, dass sich immer mehr Menschen in den Spitälern behandeln lassen und es mehr Spitalärzte braucht.

Es lässt sich dadurch jedoch nicht begründen, wieso die Prämienerhöhungen von Kanton zu Kanton so stark variieren.

Möchtest du mehr über dieses Thema erfahren? Dann erhalte hier im „der Bund“ mehr Informationen!

Diese Kosten übernimmt deine Krankenkasse

Krankenkassen Tipps

Das ABC der Krankenkasse!

Die Krankenversicherung in der Schweiz ist obligatorisch. Wo du deine Krankenkasse abschliesst, kannst du selbst entscheiden, ebenso welche Zusatzversicherungen du hinzufügen lässt. Die Anbieter der Grundversicherung haben grundsätzlich genau den gleichen Leistungskatalog. Erfahre hier, welche Leistungen von deiner Krankenkasse übernommen werden müssen.
Grundsätzlich kommt die Vergütung bei Krankheit und Mutterschaft zum Tragen. Bei Unfällen nur, wenn keine andere Versicherung dies abdeckt.

Hier siehst du ein ABC mit Beispielen, welche Leistungen von der Grundversicherung übernommen werden.

Arztkosten: Wenn der Arzt dem Verband FMH angeschlossen ist, werden die Kosten von der Grundversicherung übernommen. Der Arzt hat dich zu informieren, wenn die Versicherung für bestimmte Leistungen nicht aufkommt.

Medikamente: Grundsätzlich werden alle Arzneimittel, die dir von einem Arzt verschrieben wurden von der Grundversicherung übernommen. Falls ein Medikament nicht übernommen wird, dann hat dich dein Arzt darüber zu informieren.

Brillen/Kontaktlinsen: Bei Kindern und Jugendlichen bis 18 Jahren werden pro Jahr 180 Franken für Brille oder Kontaktlinsen übernommen, sofern ein Rezept des Augenarztes vorliegt. Falls 180 Franken zu wenig sind, dann kannst du eine Zusatzversicherung abschliessen.

Zahnarzt: Sofern Behandlungen nicht im Zusammenhang mit einer schweren Erkrankung stehen, werden die Kosten nicht übernommen.

Impfungen: Die Kosten für Impfungen werden gemäss Richtlinien und Empfehlungen des Schweizerischen Impfplans übernommen. Reiseimpfungen müssen selbst bezahlt werden.

Komplementärmedizin: Die antroposophische Medizin, Homöopathie, Neuraltherapie, Phytotherapie und traditionelle Chinesische Medizin werden vergütet. Es ist jedoch zu beachten, dass ein Arzt mit entsprechender Weiterbildung die Behandlung durchführt.

Mutterschaft: Besondere Vorsorgeuntersuchungen vor und nach der Geburt sowie Geburtsvorbereitungskurse, Stillberatung und Hebammen-Leistungen werden teilweise übernommen.

Transport- und Rettungskosten: Von der Grundversicherung wird die Hälfte der Rettungskosten (bis 5000 Franken) bei der Rettung von Personen in Lebensgefahr übernommen. Für Transporte, bei denen keine unmittelbare Lebensgefahr besteht, zahlt die Grundversicherung 50 Prozent und höchstens 500 Franken.

Spitalbehandlungen: Von der Grundversicherungen werden Leistungen in der allgemeinen Abteilung eines Spitales übernommen, sofern das Spital auf der Spitalliste des Wohnkantons steht. Notfallbehandlungen werden immer übernommen, wenn die Behandlung in der Schweiz erfolgt.

Nicht-ärztliche Therapien (Physiotherapie, Ernährungsberatung etc.): Es wird von der Krankenpflege-Leistungsverordnung geregelt, ob eine solche Therapie von der Grundversicherung rückvergütet wird oder nicht. Es gelten zudem besondere Bestimmungen, so muss ein zugelassener Therapeut die Behandlungen übernehmen und die Sitzungen sind begrenzt (zum Beispiel neun Sitzungen innerhalb von drei Monaten).

Spitex: Wenn der Arzt die Bewilligung der Krankenkasse hat, kann er bis zu 60 Spitex-Stunden, von qualifiziert und anerkanntem Pflegefachpersonal, pro Quartal verordnen.

Vorsorge: Gewisse Präventivmassnahmen wie zum Beispiel Impfungen, gewisse Untersuchungen und Früherkennung oder Fitnessabos sind teilweise gedeckt.

Die genannten Leistungen werden dann von der obligatorischen Krankenversicherung übernommen, wenn Franchise und Selbstbehalt bereits ausgereizt sind. Ansonsten übernimmt sie die Leistung abzüglich Franchise und Selbstbehalt.