App zur Schnell-Diagnose

Young woman covers her face screen smartphone on a background of the city

Das googlen nach Symptomen ist ein weitverbreitetes Handeln und hat oft eine negative Wirkung, denn viele Patienten erhalten eine schwerwiegende Krankheit als Diagnose. Die Swica will nun mit einer App dagegen steuern. Die App soll anhand eines Symptom-Checks erkennen wie schlimm das medizinische Problem ist und was als Folge getan werden soll, also ob der Patient abwarten soll, sich beim Arzt melden oder gar zum Notfall muss. Damit erhofft sich die Krankenkasse eine Verkleinerung der Anzahl Patienten, die wegen jeder Kleinigkeit zum Arzt rennen und so die Gesundheitskosten in die Höhe treiben.

Die App mit dem Name Benecura muss einiges beachten, so muss die App den Datenschutz der User gewährleisten, was Swica bestätigt. Auch Swissmedic ist involviert, da die App als Medizinprodukt gehandelt wird und daher unter gesetzlichen Vorgaben läuft.

Das Prinzip mit einer Symptom-Check App ist relativ neu und muss sich erst noch etablieren, aber es ist ein guter Schritt in die Zukunft!

Explosion an Krankenkasseninitiativen

In der Schweiz werden immer mehr Unterschriften für Initiativen bezüglich Krankenkassen gesammelt. Doch wie kommt es dazu? Die Kosten der Krankenkassen steigen stetig und lasten auf den Familien in der Schweiz. Es gibt immer mehr, welche die Prämien nicht bezahlen können. Daher sehen es viele als dringend an, die Entwicklung der Prämien zu ändern und gehen mit Initiativen dagegen vor. Das direktdemokratische System in der Schweiz erscheint auf den ersten Blick sehr geeignet dafür. Doch auch hier tummeln sich die unterschiedlichsten Akteure, so dass dieser Weg steiniger ist, als man meinen möchte.

Die insgesamt vier Krankenkasseninitiativen, für die jetzt schon oder bald Unterschriften gesammelt werden, werden es schwer haben. Auch wenn für die vier Krankenkasseninitiativen die erforderlichen Unterschriften zustande kommen würden, wird es alles andere als einfach, bei einer Volksabstimmung eine Mehrheit zu finden. Obwohl alle Versicherten wegen der steigenden Prämienlast reklamieren, hat das Stimmvolk bis heute fast alle vorgeschlagenen Änderungen abgelehnt.

Riesige Provisionen im Krankenkassengeschäft


Provisionen sind in vielen Geschäftsbereichen gang und gäbe, so auch bei Krankenkassen. Nun wurde vor ein paar Monaten aufgedeckt, wie viel von den Verwaltungskosten wirklich als Provision ausbezahlt werden. So bekommen manche Vermittlerprovisionen von bis zu 1500 Franken für einen neuen Kunden in der Grundversicherung.

Nun diskutieren Marktleiter verschiedener Krankenkassen, ob in der Grundversicherung nur noch 50 Franken pro Neukunde vergütet werden darf. Diese gilt zurzeit nur für das obligatorische Geschäft. In Zukunft sollten auch die Höchstbeiträge für Zusatzversicherungen festgelegt werden.

Im Moment wollen es die Krankenkassen noch versuchen selbst zu lösen. Falls sie zu keiner Einigung kommen würde die Politik eingreifen.

Vorschlag für 10’000 Franken Franchise erntet Kritik

Die Chefin der CSS Krankenkasse schlug eine Erhöhung der Mindestfranchise auf bis zu 10’000.- vor. Hand in Hand würde dann aber auch die Prämien bis zu 170.- sinken. Dies würde bedeuten, dass jede Person ihre Krankenkassen Rechnungen bis zu einem Wert von 10’000.- bezahlen müsste, was für chronisch Kranke oder die weniger gutverdienende Bevölkerung schwierig ist. Andererseits wäre es ein Vorteil für diejenigen, die wenig oder nie zum Arzt müssen, denn für sie ändert sich dann nur die Prämien, welche sinken.

Der Vorschlag kam bei den wenigsten gut an, der Ansatz der Franchisenerhöhen jedoch schon, nur nicht so drastisch. Denn die Gesundheitskosten steigen stetig an und müssen irgendwie bezahlt werde. Wenn die Strategie der Franchisenerhöhung gut umgesetzt würde, könnte es sich positiv auf die Gesundheitskosten auswirken.

Franchisen steigen mit den Gesundheitskosten

Der Bundesrat möchte, dass zukünftig die Franchisen angepasst werden, sobald die Gesundheitskosten einen gewissen Wert überschreiten. Einen Vorschlag wurde bereits auserarbeitet. Er schlägt vor, Franchisen und Bruttokosten zu Lasten der Grundversicherung im Verhältnis 1:12 zu halten. Sobald die Kosten pro Person 13-mal höher liegen als die ordentliche Franchise, müssen alle Franchisen um 50 Franken angehoben werden. Dies wäre das nächste Mal bei Kosten von 3’900 Franken der Fall. Man geht davon aus, dass diese Erhöhung sicher im Jahr 2020 fällig ist und es danach alle 4 Jahre erhöht wird. Dieser Vorschlag muss nun vom Parlament angenommen werden.

Ziel dieser Erhöhung ist, dass die Versicherten mehr Eigenverantwortung übernehmen und zukünftig nur dann medizinische Leistungen in Anspruch nehmen, wenn es auch wirklich nötig ist.

Weniger Krankenkassen-Wechsel als im Vorjahr

Über 600’000 Personen haben letztes Jahr die Krankenkasse gewechselt. Das sind 7,9 Prozent aller Versicherten und damit 0,4 Prozent weniger als im Vorjahr. Im Jahr 2016 haben sich 8,3 Prozent für einen Wechsel entschieden.

Auch die Höhe der Franchise wurde nicht so häufig angepasst wie im Vorjahr. Nur 6,9 Prozent haben diese angehoben oder verringert.

Experten begründen dies mit tieferen Prämienerhöhungen als in den Vorjahren.

Lockerung des Vertragzwanges


Alle Krankenkassen müssen die kassenpflichtigen Leistungen aller zugelassenen Ärzte abrechnen. Dieser Vertragszwang treibt die Kosten, vor allem in den Kantonen mit einer hohen Anzahl von Spezialärzten, in die Höhen.

Die SGK fordert eine Festlegung einer Höchstzahl an zugelassenen Ärzten. Diese müssten gewisse Anforderungen wie Qualität und Wirtschaftlichkeit erfüllen. Zudem sollten die Ärzte einen Vertrag mit einer oder mehreren Krankenkassen abschliessen.

Die entsprechende parlamentarische Initiative hat die Nationalratskommission mit 7 zu 4 Stimmen angenommen. Diese könnte nun einen Erlassentwurf ausarbeiten.

Krankenkassen-Leistungen während der Schwangerschaft

Die Krankenkassen übernehmen grundsätzlich die ärztliche Betreuung und Hilfe sowie die Hebammenhilfe während der Schwangerschaftsvorsorge und der Geburt. Es muss jedoch zwischen normaler Schwangerschaft und einer Risikoschwangerschaft unterschieden werden muss.

Folgende Leistungen werden grundsätzlich ohne Selbstbehalt und Anteil an der Franchise durch die Grundversicherung gewährleistet:

  • die sieben Vorsorgeuntersuchungen,
  • zwei Ultraschallkontrollen
  • Laboranalysen
  • Für die Geburtsvorbereitungskurse vergütet die Krankenkasse 150 Fr., wenn der Kurs von Hebammen geleitet wird.
  • Stationäre oder ambulante Entbindung in der allgemeinen Abteilung in einem der Vertragsspitäler im Wohnkanton bezahlt, in der Regel sind das 5 Tage bei einer normalen Geburt und 8 Tage bei einem Kaiserschnitt

 

Die Grundversicherung übernimmt nicht automatisch die gesamten Kosten für die Behandlung von  Risikoschwangerschaften. Diese Krankheitskosten anzusehen und deshalb von der Schwangeren im Rahmen der Franchise bzw. des Selbstbehalts mitzutragen.

Leistungen der Krankenkasse im Ausland

Wenn der Patient bei einem Auslandsaufenthalt krank wird, wird die notwendige medizinische Notfallbehandlung bezahlt. Die Kosten bei einer freiwilligen Behandlung oder der Kauf von Medikamenten im Ausland werden von der Krankenkasse nicht übernommen.

Die Höhe der Deckung hängt von den Ländern ab. In EU- / EFTA-Ländern hat der Versicherte mit einer europäischen Krankenkasse Anspruch auf Vergütung der gleichen Leistungen, wie die in diesem Land versicherten Personen. Ausserhalb der EU- / EFTA-Länder werden die Kosten von medizinischen Notfallbehandlungen vergütet. Jedoch nur bis höchstens zum doppelten Betrag, den die gleiche Behandlung in der Schweiz gekostet hätte.

Zusatzversicherung für Reisen – wann?

In gewissen Nicht-EU- / EFTA-Staaten kann es sinnvoll sein, bei einem Krankenversicherer eine höhere Deckung der ausländischen Behandlungskosten zu versichern. In den USA und Kanada sind die Behandlungskosten sehr hoch, hier würde sich eine Zusatzversicherung lohnen!

Makler-Provisionen treiben Krankenkassen-Kosten hoch

Makler-Provisionen treiben Krankenkassen-Kosten hoch!

500 Millionen Franken jährlich geben Krankenkassen laut einer Analyse für Makler-Abschlussprovisionen aus! Der Kampf um neue Kunden bei den Krankenversicherern läuft auf Hochtouren.

Abschlussprovisionen für Grund- und Zusatzversicherungen sind immer ein Thema. Vor allem dann, wenn die Krankenversicherer ihre Tarife für die Grundversicherung bekannt geben, was vor ein paar Wochen der Fall war.

Moneyland.ch zeigt mit einer Auswertung, dass besonders die Zahlungen der Krankenkassen für Makler-Abschlussprovisionen im Bereich der Zusatzversicherungen hoch ausfallen.

Nur ein kleiner Teil der Provisionen für Grundversicherung

Benjamin Manz, Geschäftsführer von Moneyland.ch, sagt: «Abschlussprovisionen in der Höhe von mehr als 500 Millionen Franken treiben die Verwaltungskosten der Krankenversicherer in die Höhe.» Davon entfielen nur 33 Millionen auf die Grundversicherung.

In der Grundversicherung 2016 betrugen die Provisionen 33 Millionen Franken. Das entspricht 2,4 Prozent der gesamten Verwaltungskosten in der Grundversicherung. Die vom BAG erfassten Zusatzversicherungen weisen laut Manz rund 56 Millionen an Provisionen aus. Der Anteil der Provisionen an den Verwaltungskosten im Bereich Zusatzversicherungen beträgt hohe 25,6 Prozent.

Finma erfasst Zusatzversicherer zusätzlich

Die meisten grossen Anbieter von Zusatzversicherungen werden allerdings nicht vom BAG erfasst, sondern unterliegen der Finma-Kontrolle. Gemäss Finma-Daten haben Krankenkassen für Versicherungsprovisionen von Maklern und Agenten 428 Millionen Franken aufgewendet. «Das entspricht rund 29 Prozent der totalen Verwaltungskosten», heisst es bei Moneyland.ch.

Verwaltungsaufwand von 163 Franken pro Person

Der Verwaltungsaufwand in der obligatorischen Grundversicherung (Personalkosten, Werbung, Provisionen, Administration) beträgt pro versicherte Person im Schnitt 163 Franken laut Moneyland.ch. Vor fünf Jahren lag dieser noch bei 153 Franken.

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