Schwarze Liste der Krankenkassen

Manche Krankenkassen haben ein sogenannte «schwarze Liste», mit allen Versicherten, die die Prämien nicht bezahlen können. Leute, die auf dieser Liste sind bekommen nur noch im Notfall Medikamente oder andere Leistungen.

Dies führte letztes Jahr zu einem Todesfall, da ein Mann mit HIV-Infektion keine Medikamente bekam. Daher ist die «schwarze Liste» nun wieder in den Schlagzeilen und es wird debattiert, ob so eine Liste ethisch ist und wann genau ein Notfall vorliegt. Ein anderer Streitpunkt ist, ob die Liste überhaupt noch einen Nutzen hat. Einige Kantone werden daher die Liste wieder abschaffen, da sie die Grundversorgung einer wirtschaftlich und sozial schwachen Bevölkerungsgruppe gefährde, während es gleichzeitig keine Hinweise auf eine bessere Zahlungsmoral gäbe. Aber auch ohne Liste muss ein Weg gefunden werden, wie mit Versicherten umgegangen wird, die die Prämien nicht bezahlen können. Denn zurzeit sind insgesamt über 33’000 Leute auf dieser Liste.

Regierungsrat in Luzern will die „schwarze Liste“ nicht abschaffen

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Schwarze Liste in Luzern bleibt!

Die Partei der Grünen im Kanton Luzern verlangt, dass die Liste mit den säumigen Prämienzahlern wieder abgeschafft wird. Die Liste, welche im Oktober 2012 eingeführt wurde, hätte ihr Ziel verfehlt.

Der Kanton Luzern wollte mit der Liste die Zahlungsmoral der Versicherten verbessern und somit die öffentlichen Kosten reduzieren.
Drei Jahre später scheint es ein paar Schwierigkeiten zu geben, da der administrative Aufwand unverhältnismässig gross sei. Zudem scheinen immer wieder Kinder auf der Liste zu sein, was eine ungenügende Kontrolle zeigt.

Für eingetragenen Patienten, deren Behandlungen eingeschränkt werden, sind die gesundheitlichen Folgen teilweise fatal.
Die Grünen meinen zudem, dass die Liste den Anreiz hemme, von der Sozialhilfe wegzukommen, da Sozialhilfebezüger nicht eingetragen werden.

Der Regierungsrat ist anderer Meinung, denn die Liste soll einen nicht zu unterschätzenden Präventiveffekt haben. Die Betreibungen seien ohne die Liste niedriger ausgefallen, es bestehe kein zu grosser Aufwand und Kinder seien ebenfalls nicht auf der Liste aufgeführt.

Der Regierungsrat ist zudem der Meinung, dass es keine gesundheitlichen Folgen für Patienten gibt, da der jeweilige Arzt entscheidet, ob ein Notfall vorliegt oder nicht.
Zudem meint der Rat, dass ein Versicherter sich juristisch zur Wehr setzen kann, wenn die Krankenkasse die Kosten nicht bezahlt.